...du bist krank im Kopf, manchmal....

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Es dauerte nicht lange und David war vollständig in die kleine Gruppe der Freunde integriert, es schien fast so als wäre es nie anders gewesen.

Oft kam er Abends bei Tom und Jan vorbei um noch ein Bierchen mit den beiden zu trinken. Das er damit Tom von seiner Arbeit abhielt schien ihn nicht wirklich zu stören, im Gegenteil David war der Meinung das der Kleine sich viel zu viel in seine Arbeit rein steigerte. Das Jan die Abwechslung mehr als Willkommen war konnte man deutlich sehen. Zwar lies er die beiden oft alleine auf dem Balkon sitzen wo sie über strittige Fragen im Bereich der Physik diskutierten, doch wenn David ging war Tom meist zu müde um sich noch einmal an seine Dissertation zu setzen. An diesen Abenden schafften sie es gemeinsam ins Bett zu gehen. Tom wusste das es Jan nicht darum ging noch eine schnelle Nummer vorm Schlafen zu schieben. Nein- sein Freund wollte ihn einfach im Arm halten und gemeinsam mit ihm einschlafen.


Zu ihrem jährlichen Kurztrip nach Dänemark in das Strandhaus von Ljús Eltern hatten sie David auch mitgenommen. Wie immer war das Wasser noch viel zu kalt gewesen, Tom hatte sich standhaft geweigert dem kühlen Nass zu nahe zu kommen. Das Jahr zuvor hatten Alex und Jan ihn ins Meer geworfen mit dem Ergebnis das er fast zwei Wochen mit einer ausgewachsenen Erkältung im Bett verbrachte.

Während die anderen sich im Meer vergnügten las Tom in einem der wenigen Bücher die sich im Strandhaus befanden. Vor der Abreise hatte Jan noch einmal seine Tasche kontrolliert damit Tom weder seinen Laptop noch irgend ein Buch das er zum Arbeiten brauchte mitnahm.

Widerwillig hatte Tom dieser Abmachung zugestimmt, natürlich wusste er was Jan damit bezweckte. Doch das waren wieder drei Tage die ihm fehlten und seit David da war schaffte er nur die Hälfte von dem was er sich jede Woche vornahm.

Wie kleine Kinder tollten die Freunde durch das Wasser, mehr als einmal blieb Toms Blick auf dem Körper von seinem Freund hängen. Noch immer konnte er nicht genug von diesem Körper bekommen, Jan war ein sehr attraktiver Mann- sein Mann. Es war nicht nur der Körper, auch die Art wie sich Jan bewegte, er strahlte eine Erotik aus die Tom noch immer die Sprache verschlug.

Wenn Jan aus dem Wasser auftauchte, wenn auf seiner gebräunten Haut tausende kleine Wassertropfen glitzerten, wenn er langsam den Kopf hob um ihn an zu schauen, wenn er dann mit großen Schritten auf ihn zu kam, wenn sich dabei seine Muskeln unter seiner Haut spannten, dann fragte sich Tom wie er es verdiente so einen Mann als Freund zu haben.

Natürlich brauchten sich Alex und Ljú neben Jan nicht zu verstecken, sie waren beide schön, jeder auf seine Weise. Selbst David konnte locker mit den Freunden mithalten, zwar hatte er nicht so eine ausgeprägte Muskulatur wie Jan oder Alex, doch das er sportlich war konnte man trotz allem behaupten- ganz im Gegensatz zu Tom. Doch solange Jan sich nicht an seinem Speck störte würde Tom sich nicht ein paar mal die Woche ins Fitnessstudio quälen nur um einem bescheuerten Schönheitsideal nach zu laufen.


Eigentlich hatten sie vorgehabt Sabine mit nach Dänemark zu nehmen. Auf einer Grillparty hatte sie David kennen gelernt und die beste Freundin von Jan war sofort von dem Juniorprofessor begeistert gewesen. Anfangs hatte Tom geglaubt das Interesse käme von beiden Seiten, David hatte ihm von der mehr als unglücklichen Trennung erzählt. Inflagrantie hatte David seine Freundin mit einem seiner engsten Freund erwischt, eine ganz üble Sache. Auch wenn Tom noch nie in dieser Situation war er konnte zumindest erahnen wie sehr David darunter litt.

Einige male hatte sich David mit Sabine getroffen, doch als es darum ging wer mit nach Dänemark fahren würde und Tom vorschlug Sabine mit zu nehmen reagierte David seltsam schroff. Zum ersten Mal war da nichts von dem offenen Wesen das unvoreingenommen auf andere Leute zuging. Sehr deutlich machte der Münchner klar das er die drei Tage nur mit den vier Freunden verbringen wollte.


Als sie aus Dänemark zurück kamen verbrachte David immer mehr Zeit mit ihnen. Auch wenn Tom es ungern zugab, der Juniorprofessor schaffte es das er sich immer mehr mit dem Gedanken anfreundete nach seiner Doktorarbeit wieder in die Physik einzusteigen.


„Wie sieht denn dein Plan aus wenn du deinen Doktor in den Händen hältst?“

Es war ein lauer Sommerabend, David und Tom saßen auf dem kleinen Balkon schauten in den Nachthimmel und tranken Bier.

„Du hast doch sicher einen Plan“, David grinste ihn schief an.

„Naja eigentlich sollte das ganze bis zum nächsten Sommersemester durch sein, natürlich nur wenn alles glatt geht“, merkte Tom sachlich an.

„Ähm wer bezweifelt denn das es nicht glatt geht?“

„Naja es kann ja immer etwas dazwischen kommen und es ist ja nicht nur mit der Dissertation getan, vor der mündlichen Prüfung hab ich schon etwas Schiss“, gab Tom zu.

„Ach was, mal ganz ehrlich wovor solltest du Angst haben? Bis jetzt hast du alle Prüfungen mehr als nur gut bestanden da wirst du doch so ein kleines Frage und Antwort Spiel hinter dich bringen“, lachte David leise auf.

„Wie war das denn bei dir?“, wollte der Dunkelhaarige wissen.

„Ich hab mir vor lauter Muffen sausen am Abend davor so die Kante gegeben das ich am nächsten Morgen kaum noch geradeaus gehen konnte. Das empfehle ich dir definitiv nicht, der ganze Alk hat zwar meine Ängste betäubt und übrig blieb nur noch das relevante Zeug das ich mir über Monate ins Hirn gepresst habe. Mein Doktorvater und der Dekan waren alles andere als begeistert“

„Das kann ich mir vorstellen. Falls ich so etwas vorhaben würde, Jan würde mich killen“, grinste nun Tom.

„Oh ja das kann ich mir sehr gut vorstellen, manchmal ist er ja wie eine Glucke.“

Mit einem Blick den Tom nicht wirklich deuten konnte sah David ihn an. Doch nur kurz, dann wendete er sich ab und trank von seiner Flasche.

„Ich bin davon überzeugt das du das ohne Probleme schaffst und was willst du dann machen?“, wiederholte David seine Frage konkreter.

„In der nächsten Zeit werde ich mich mal umschauen wo es freie Post Doktoranden Stelle für einen Physiker gibt und vielleicht hab ich ja Glück und ich finde auch gleich den passenden Professor der sich meiner erbarmt.“

Es würde also weitergehen, Tom hatte sich dafür entschieden an seiner Doktorarbeit in Physik zu arbeiten. Natürlich war das Angebot von Professor Jannke ein Grund, aber nicht der ausschlaggebende. Es waren auch nicht die Argumente von Alex oder Jan. Gut wenn er ehrlich war hatte Alex ja recht es ging nicht mehr darum seinen Eltern etwas zu beweisen, er machte das alles für sich. Für sein Leben, für seine Zukunft und wieso nicht das nutzen was er schon hatte?

„Da brauchst du nicht lange zu suchen“, meinte David geheimnisvoll.

„Und wieso nicht, solche Stellen gibt es nicht gerade wie Sand am Meer“, brummte Tom vor sich hin.

Natürlich hatte er sich schon informiert und es sah wirklich mau aus mit freien Stellen.

„Für meine Forschung der Sonneneruptionen und ihre Auswirkung auf uns wurden mir Forschungsmittel bewilligt. Das Ganze startet jetzt zum Wintersemester, es gibt sogar Gelder für eine Doktoranden Stelle. Zwar habe ich schon einen Doktorand aber der hat mir von vornherein gesagt das er nur ein Jahr bleiben will da er danach in die USA geht. Anfangs hat mich das ziemlich angekotzt, nur die anderen Bewerber waren alle … naja lassen wir das, ich hab mich nur gefragt wie sie ihren Abschluss bekommen haben“, genervt schüttelte David seinen Kopf.

„Aber du, ich mein was besseres könnte mir doch nicht passieren.“

„Astrophysik?“, hauchte Tom leise.

„Ja genau Astrophysik, das war doch dein Spezialgebiet. Gut du bist etwas aus der Materie draußen aber ich denke das dürfte kein Problem sein. Ich kenne deine Arbeiten und ich hatte ja jetzt genug Zeit zu sehen wie du an die Aufgaben ran gehst die man dir stellt. Ganz ehrlich, einen besseren Doktoranden könnte ich mir nicht vorstellen.“

„Du bietest mir gerade ernsthaft eine Stelle bei dir an?“, fragte Tom ungläubig nach.

„Ja warum nicht? Du hast die Qualifikation, wir verstehen uns super also warum nicht. Die TU in München eine der Besten, es wird schwer etwas vergleichbares zu finden.“

Natürlich hatte David recht und wenn Tom ehrlich war, er wollte schon immer dort hin.

„Ich müsste das erst noch mit dem Dekan besprechen und du müsstest evtl. so eine Art Vorstellungsgespräch hinter dich bringen, aber im Prinzip sind das alles nur Formsachen“, erklärte David und schaute dabei Tom fragend an.

„Ähm natürlich, ähh ich weiß nicht was ich sagen soll. Danke David.“

Vor lauter Freude über diese neu geöffnete Tür umarmte Tom den Juniorprofessor stürmisch.

„Für dich mache ich das wirklich sehr gerne“, wurde gegen Toms Shirt geraunt und er fühlte sich als würde sein Leben auf einmal um einiges leichter werden.

„Das einzige Problem wäre das du von hier wegziehen müsstest“, meinte David nachdem sich Tom von ihm gelöst hatte.

„Darüber hab ich schon mit Jan geredet, ich mein wir haben alle Möglichkeiten einmal durchgesprochen. Natürlich wäre das nicht sonderlich prickelnd aber das schaffen wir schon“, gab Tom mit voller Überzeugung von sich.

„Ok. Ach und wegen einer Wohnung brauchst du dich auch nicht umsehen. Mein jetziger Mitbewohner zieht im Frühjahr nach Berlin“, erklärte David.

„Du willst mit mir zusammen arbeiten und auch noch zusammen wohnen?“, fragte Tom unsicher nach.

„Warum nicht? Wir verstehen uns doch gut, die Arbeit wird dir gefallen und mit dem zusammen wohnen - wir haben beide WG Erfahrung da kann nix schief gehen“, meinte der Blonde locker.

„Ganz ehrlich ich weiß nicht was ich sagen soll“, Tom grinste von einem Ohr zum anderen.

„Hey glaub bloß nicht ich will nur dir einen Gefallen tun. In erster Linie denke ich da an mich. Wie gesagt so einen qualifizierten Doktorand werde ich so schnell nicht finden und einen angenehmeren Mitbewohner kann ich mir auch nicht vorstellen. So gesehen tu ich mir mit der Sache den größten Gefallen“, David zuckte mit den Schultern und stupste Tom freundschaftlich an.


Es war schon weit nach Mitternacht als Jan nach Hause kam. Noch immer saß Tom auf dem Balkon und sah sich den Sternenhimmel an. Diesen Abend würde er nie vergessen, das Angebot das ihm David gemacht hatte war unbeschreiblich.

„Hey mein Süßer du bist noch wach und sitzt nicht am Schreibtisch?“, überrascht hob Jan eine Augenbraue während er sich zu seinem Freund beugte und ihn zärtlich küsste.

„Nein hatte keine Lust“, gab Tom leise zurück.

„Du hattest keine Lust? Bist du krank?“, mit gespielter Besorgnis legte Jan eine Hand auf Toms Stirn.

„Nein mir geht es super“, brummte Tom und schob die Hand weg.

„Also was ist es das dich von deiner Arbeit abhält?“, wollte Jan wissen während er sich auf den anderen Stuhl setzte.

„David hat mir ein grandioses Angebot gemacht. Wenn ich will kann ich ab dem nächsten Wintersemester bei ihm als Doktorand anfangen“, klärte Tom seinen Freund auf.

„In München?“, kam es kaum hörbar von Jan.

„Ja in München, aber das wäre meine Chance“, versuchte Tom seine Begeisterung zu erklären.

„Das weiß ich doch Süßer“, sanft umfasste Jan seine Hände.

„Auch wenn ich mich für dich freue, wir werden nur noch eine Wochenendbeziehung führen und das macht mich traurig.“

„Bis dahin ist es noch ein ganzes Jahr“, versuchte Tom seinen Freund etwas zu trösten.

Das machte die Situation auch nicht besser, das wusste Tom. Auch für ihn würde es nicht einfach werden, in den letzten Jahren war Jan zu seinem Lebensmittelpunkt geworden. Eigentlich konnte er es sich gar nicht vorstellen wieder ohne seinen Freund zu sein. Ohne Jan an seiner Seite aufzuwachen, ohne Jan den Tag zu bestreiten, ohne Jan an seiner Seite wieder einzuschlafen. Plötzlich wurde Tom bewusst wie viel er für diesen Job opfern müsste, war es das wert? Sein Kopf sagte ja, sein Herz nein.

„Du hast recht bis dahin ist es noch ein ganzes Jahr und du wolltest schon immer nach München“, nickte Jan langsam.

„Vielleicht finde ich auch einen Job in München dann müssten wir uns nicht trennen“, überlegte er.

„Hmm aber du bist doch sehr zufrieden mit deiner Arbeit.“

„Das schon, nur du bist mir wichtiger und wenn es nicht anders gehen würde dann wäre es kein Problem für mich.“

Sanft zog Jan seinen Freund in eine innige Umarmung.

„Wieso hast du dir gerade so einen schnöden Sportjournalisten als Freund ausgesucht?“, raunte Jan leise gegen Toms Hals.

„Wieso hast du dir so einen unförmigen Streber ausgesucht?“, entgegnete Tom genauso leise.

„Weil ich dich liebe.“

Warmer Atem streifte seine Haut und Tom musste schwer schlucken.

„Siehst du und ich liebe dich auch.“

„Ehrlich?“, wollte Jan wissen.

„So ehrlich wie es Sterne da Draußen gibt.“

Es war ein kleines Ritual zwischen ihnen. Irgendwann hatte Jan einmal aus Spaß gefragt wie sehr Tom ihn liebte.

“Wenn ein Astronaut jeden Stern im Universum besuchen würde wäre das nicht ansatzweise die Zeit die ich mit die verbringen möchte.“, hatte Tom geantwortet.

“Ehrlich?“, fragte Jan Damals unsicher nach.

“So ehrlich wie es Sterne da Draußen gibt.“

Seit dieser Zeit war dies ihr ganz persönlicher Liebesschwur. Natürlich sagten sie sich auch sonst oft das sie sich liebten, doch dies war eine ganz besondere Bestätigung ihrer Liebe.

„Na wenn das so ist dann lasse ich dich gerne nach München gehen.“

Sanft strich Jan über den Rücken des Kleineren.

„Und jetzt lass uns ins Bett gehen, ich will noch so viel Zeit wie möglich mit dir verbringen“, diesen Unterton den Tom gerade hörte kannte er nur all zu gut.

„Es ist noch über ein Jahr bis es soweit ist“, kicherte er da Jan sich an seinem Hals fest gesaugt hatte.

„Dann müssen wir genau jetzt damit Anfangen, ein Jahr geht schnell vorbei und ich will jede Minute mit dir genießen.“

Während Jan aufstand zog er Tom mit sich nach Oben.

„In München gibt es sicher mehr als genug Kerle die so einen hübschen Mann für sich gewinnen wollen.“

Mit Tom an der Hand steuerte Jan das Schlafzimmer an.

„Wer sagt denn das sie da überhaupt eine Chance haben?“, murrte Tom.

„Weiß nicht, aber bis dahin werde ich mir von dir so viel nehmen wie ich bekommen kann“, grinste Jan und schubste Tom dabei auf das übergroße Bett.

„Na dann versuch das mal“, lockte Tom seinen Freund.

Dieses Jahr würde wahrscheinlich viel zu schnell vergehen.



„Und was habt ihr heute Abend vor?“, scheppernd landete das Tablett von David auf dem Tisch.

„Noch nichts, also zumindest haben wir nichts geplant“, meinte Ljú während er genüsslich in einen Hamburger hinein biss.

„Was seit ihr nur für Luschen, wenn ich das gewusst hätte“, grinsend schüttelte David seine blonden Haare.

„Naja ich bin heute Abend Strohwitwer, Jan hat einen Terminen. Wir könnten ja ins Kracher gehen“, schlug ihm Tom vor.

„Och nö nicht schon wieder, ich muss mich bewegen“, maulte der Kleinere der zwei blonden Männer.

„Ach ich wüsste schon wie du etwas Bewegung bekommen würdest“, grinste Ljú breit und stieß dabei David leicht in die Rippen.

„An solche Bewegung hatte ich eigentlich nicht gedacht.“

„Wir könnten auch in den neuen Laden gehen der vor zwei Wochen aufgemacht hat“, meinte Tom kauend.

„Den Hetenladen, och nöö“, maulte der Norweger.

„Jetzt stell dich nicht so an, diesen einen Abend wirst du überleben, schließlich geh ich mit euch auch regelmäßig in diese Tuckenschuppen“, erwiderte David im gleichen Tonfall.

„Das Roots ist kein Tuckenschuppen“, beschwerte sich Ljú.

„Nee das nicht, aber das Publikum besteht trotzdem 90% aus Männern und die wenigen Frauen die dort landen.... ähm nein danke.“

„Du kannst ja heute Abend einfach bei uns vorbei kommen und dann gehen wir dort hin“, meinte Tom.

„Nur wir Beide, ist das ein Date?“, fragte David lachend nach.

„Solange du mich nicht wegen einer Frau in dem Laden stehen lässt kannst du es nennen wie du willst“, brummte Tom.


Eigentlich hätte es Tom ja besser wissen müssen, es war wie Früher mit Alex. Dieser hatte ihn auch immer überredet mit ihm in irgendeinen Club zu gehen und am Ende stand Tom am Rand der Tanzfläche und passte auf ihre Getränke auf. Mit David war es nicht anders, der Unterschied war nur das Tom in einer glücklichen Beziehung war und selbst wenn nicht- es war eindeutig nicht sein Jagdrevier.

Doch auch wenn David mehr auf der Tanzfläche war als bei ihm, der Juniorprofessor sorgte den ganzen Abend dafür das Tom nie ohne ein Getränk dastand, ein bunter Cocktail reite sich an den anderen.

In knapp drei Wochen waren die Lehrveranstaltungen des Sommersemesters zu Ende. Eine Woche später würde David wieder nach München gehen. Es war nicht wirklich viel Zeit vergangen seit sie sich kennen gelernt hatten, doch das machte keinen Unterschied. Noch nie hatte Tom sich so schnell mit einem anderen Menschen angefreundet. Selbst bei Alex hatte es wesentlich länger gedauert bis er sich ihm geöffnet hatte. Doch bei David war es anders. Vielleicht lag es daran das er mittlerweile offener auf andere Menschen zu ging. Vielleicht lag es auch daran das er zu David eine besondere Verbindung spürte die über die Arbeit hinaus ging. Eigentlich erinnerte es Tom sehr an seine Freundschaft mit Alex, bevor Jan und Ljú aufgetaucht waren. Als ob David nun die Rolle einnahm in der er ihn an der Hand nahm um ihm eine neue Welt zu eröffnen. Nur diesmal war es nicht die bunte Welt der Schwulen - diesmal war es die Welt der Wissenschaft. Natürlich war Tom kein blutiger Anfänger mehr, ganz im Gegenteil. Doch bis jetzt hatte er nie das Bedürfnis verspürt sich mit anderen Studenten aus zu tauschen – zumindest als er Physik studierte. Mit seiner Bemerkung das Tom sein Studium sehr straight durchgezogen hatte traf David voll ins Schwarze. Damals war für ihn einzig das lernen wichtig und wenn Alex nicht gewesen wäre – er hätte sein Zimmer nur verlassen um zur Uni zu gehen. Das hatte sich grundlegend verändert, Tom konnte sein Leben genießen. Auch wenn er sich immer noch einen sehr strengen Arbeitsplan geschaffen hatte, er wusste das es neben seiner Arbeit auch noch wichtigere Dinge gab. Die Zeit die er mit Jan verbringen konnte, seine Freundschaft zu Alex und Ljú, das war ihm definitiv wichtiger als seine Dissertation oder die Aussicht auf eine gut bezahlte Stelle. Doch seit David aufgetaucht war merkte er immer mehr das ihm noch etwas gefehlt hatte. Zum ersten Mal spürte er wie sehr ihm gefiel sich mit jemand anderem in die Tiefen der Physik fallen zu lassen, sich mit jemandem auszutauschen ohne darüber nach zu denken ob der Gegenüber auch verstand was Tom sagte. Das David dabei auch noch ein sehr angenehmer Zeitgenosse war kam erschwerend hinzu.

Wenn Tom ehrlich zu sich war, es war die beste Zeit seines Lebens.


„Magst du nicht auch mal tanzen?“, riss ihn David aus seinen Gedanken.

Verschwitzt stand er neben Tom und grinste ihn breit an.

„Ich tanze nicht“, meinte Tom und schob David sein Glas zu.

„Ach was ich hab dich doch schon mit Jan tanzen gesehen.“

In einem Zug leerte David sein Glas.

„Das ist etwas anderes“, Tom schüttelte leicht seinen Kopf.

„Du meinst das hier ist kein Schwulenclub und du willst nicht alleine tanzen?“, hakte David nach.

„Ja das ist kein Schwulenclub und ich werde definitiv nicht alleine auf der Tanzfläche alberne Verrenkungen machen“, stimmte er zu.

„Du bist so ein Häschen, echt! Naja dann werde ich mal nicht so sein“, lachend nahm David seine Hand und zog ihn auf die Tanzfläche.

Stocksteif blieb Tom stehen, auch wenn es durchaus kindisch war, er würde sich nicht rühren. Zwar versuchte David ihn dazu zu animieren sich wenigstens etwas zu bewegen – ohne Erfolg.

Eigentlich war es ja ganz süß wie David sich bemühte das Tom auch etwas Spaß hatte, zumindest vermutete Tom das dies Davids Beweggründe waren. Sicher hatte er ihn nicht auf die Tanzfläche geschleift um ihn vor all den Leuten lächerlich zu machen. Um seinen Freund nicht ganz vor den Kopf zu stoßen begann Tom sich zaghaft im Rhythmus hin und her zu wiegen. Mit der Zeit fand er immer mehr Mut und es dauerte nicht lange bis Tom wirklich Spaß hatte unter all den anderen zu tanzen.


Als sie schließlich früh am Morgen den Club verließen waren sie Beide nicht mehr nüchtern.

„Komm lass uns den Sonnenaufgang anschauen.“

Ungeduldig zog David den Jüngeren in Richtung des Stadtparks der auf ihrem Heimweg lag.

„Och ich will eigentlich nur in mein Bett“, maulte Tom.

„Jetzt sei doch kein Spielverderber“, lachend rannte der Blonde den Kiesweg entlang.

Über dem See hingen noch dichte Nebelschwaden und das Gras war feucht vom Tau.

Auf dem kleinen Hügel der am anderen Ende des Parks lag setzten sie sich auf eine der Bänke.

Der Himmel über ihnen war noch fast schwarz doch am Horizont zeigten sich schon die ersten hellen Streifen.

„Das ist jedes mal aufs neue faszinierend“, raunte David als sich die ersten schwachen Rottöne zeigten.

„Naja eben einfache Brechung des Lichts.“

Tom trug unter seiner dünnen Jacke nur ein Shirt, zu wenig für diese Tageszeit.

„Komm jetzt sei nicht so unromantisch, es ist die Geburt eines neuen Tages“, kicherte der Juniorprofessor.

„Wer ist hier eigentlich der Philosoph?“, wollte Tom grinsend wissen.

„Ich bin nur ein Feld Wald Wiesen Philosoph, du werter Doktorand hast es ja richtig gelernt.“

Schweigend schauten sie zu wie die Sonne immer mehr hinter dem Horizont hervor kam, die Welt langsam in Licht getaucht wurde und das Leben wieder zu pulsieren begann.

„Tom weißt du was schade ist?“, die Stimme von David war leise und schwer.

„Nee.“

Die ersten Sonnenstrahlen berührten Toms Haut, genießerisch hatte er die Augen geschlossen und freute sich über die Wärme die diese helle Scheibe am Himmel brachte.

„Es ist schade das du keine Frau bist.“

„Was?“

Augenblicklich saß Tom wieder kerzengerade da und starrte David irritiert an.

„Ja wenn du eine Frau wärst dann würde ich das mit dir machen.“

Viel zu schnell kam der Blonde auf den Jüngeren zu, fuhr mit einer zittrigen Hand durch die braunen Haare, zog den Kopf sanft zu sich und dann berührten sich ihre Lippen.

Ein unsicherer, im Alkoholrausch geraubter Kuss, tastend, scheu eine Zunge die über Lippen leckte, sie aufforderte sich zu öffnen. Völlig verwirrt starrte Tom auf die geschlossenen Augen, David war hetero, David liebte Frauen keine Männer, er war nicht wie Tom. Doch geistig standen sie sich so nahe, dachten oft das gleiche waren so etwas wie Seelenverwandte, vielleicht war das auch Liebe. Eine nicht körperliche Liebe die die Grenzen des Geschlechts überschritt und damit noch mehr Verwirrung stiftete.

Ob durch den Alkohol oder das aufkommende angenehme Gefühl des Verstehens, vorsichtig erwiderte Tom den Kuss. Gab sich ganz seinen Gefühlen hin.

Erst als sie sich nach endlosen Augenblicken atemlos trennten stellte Tom erschrocken fest das er keinen einzigen Moment an Jan gedacht hatte.

„Tom.“

Eine Hand strich sanft über seine Wange.

Kein Gedanke an den Menschen den er mehr als alles in seinem Leben liebte, für den er durchs Feuer gehen würde, der ihm so viel ermöglichte und der ihm jeden Tag aufs neue zeigte wie stark ihre Liebe war.

„Tom?“

„Ich gehe jetzt und das“, Tom zeigte abwechselnd auf sich und David.

„Das ist nie passiert.“

„Aber...“

„Nichts aber, wir haben zu viel getrunken, wir mögen uns. Vielleicht hast du dieses Gefühl mit Liebe verwechselt, aber ich bin ein Mann David und ich bin in einer glücklichen Beziehung“, unterbrach er den Münchner barsch.

„Bitte Tom“, flehte David

„Lass uns darüber reden.“

„Da gibt es nichts zu reden, wir sehen uns am Montag.“

Mit immer schneller werdende Schritten entfernte sich Tom von der Bank, lies den Park hinter sich, tauchte in das erwachende Leben der Straßen ein.

Unterwegs holte er beim Bäcker ein paar Brötchen, die er für Jan auf den Küchentisch legte. Nach einer angenehm warmen Dusche kletterte er müde ins Bett.

Ein warmer Körper schmiegte sich augenblicklich an ihn.

„Bist spät“, wurde gegen seinen Nacken genuschelt.

„Haben uns noch den Sonnenaufgang angeschaut.“

Es fühlte sich so gut an, so richtig hier zu liegen.

„Ihr seit zwei Helden echt“, Tom hörte wie sein Freund grinste.

„Hmm naja ist eben immer wieder schön“, nuschelte nun auch Tom.

Die Wärme die sein Freund ausstrahlte wirkte wie ein Schlafmittel.

„Ich liebe dich Jan, mehr als du dir vorstellen kannst.“

„Ich dich auch mein süßer kleiner Alki, so und nun schlafe deinen Rausch aus.“

Tom wusste das Jan warten würde bis er fest schlief um dann aufzustehen. Die sanft streichelnden Finger, der warme ruhige Atem in seinem Nacken und eigentlich hauptsächlich die Anwesenheit von Jan liesen ihn sehr schnell ins Traumland abdriften.





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