...du bist krank im Kopf, manchmal....

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Völlig außer Atem kam Tom vor der Tür des Büros von Professor Jannke zum stehen, mal wieder war er zu spät, nach seiner Uhr nur 2 Minuten, immerhin.

Während er anklopfte drückte er die Tür auf, gegenüber von seinem Professor saß ein blonder Mann.

„Ah Tom schön das sie da sind, darf ich ihnen Herrn Fischer vorstellen.“

Der blonde Mann stand auf und drehte sich zu Tom. Von wegen alter Knacker, der Kerl konnte nicht viel älter sein wie er selbst.

„Hallo ich bin David, ich denke wir können das Siezen gleich lassen“, lächelte er ihn freundlich an.

„Ich bin Tom“, er drückte die ihm entgegen gestreckte Hand, ein angenehm fester, warmer Händedruck.

„Ich habe gleich noch einen Termin, sie könnten eigentlich schon mit dem Rundgang durch die Uni beginnen Tom, falls Herr Fischer nichts dagegen hat?“

„Nein, das wäre perfekt, ich brauche immer ein bisschen bis ich mich in den Örtlichkeiten zurechtfinde“, nickte ihm David zu, nahm seine Ledertasche die neben dem Stuhl stand und schaute Tom abwartend an.

„Ok dann fangen wir mal an.“


Noch immer fühlte sich Tom gegenüber fremden Menschen unsicher. Vor allem wenn diese auch noch attraktiv waren. Das dieser David schön war konnte man nicht leugnen, er hätte immer noch als Student durchgehen können, sah mehr wie so ein Surfertyp aus, etwas größer als Tom, schlank, gebräunte Haut die seine blonden Haare noch mehr zum leuchten brachten, Jeans und Shirt mit einem Bandlogo, alles in allem sah er nicht wie ein Juniorprofessor aus.

Erschwerend kam noch dazu das David jetzt Gastdozent hier war, schon immer hatte Tom einen heiden Respekt vor höher gestellten Personen gehabt.

Alex hat immer gemeint er wäre ein kleiner Schisser und Jan glaubte er müsse dringend an seinem Selbstwertgefühl arbeiten, schließlich wäre er kein Student mehr.

Wahrscheinlich hatten sie Beide recht, nein Tom wusste das sie recht hatten. Schließlich betreute er die ersten Semester von Prof. Jannke, die Studenten waren ihm dankbar für jede Hilfestellung und mehr als einmal musste er einen verzweifelten Erstsemester wieder aufbauen.

Trotz allem fühlte er sich völlig verkrampft während er David die Uni zeigte, da half es auch nicht das dieser ein absolut sonniges Gemüt hatte, hin und wieder einen Witz riss, Tom das Gefühl gab das sie sich schon länger kannten. Im Gegenteil es machte das ganze noch schlimmer. Tom spürte wie sich auf seinen Wangen rote Flecken bildeten, ein untrügliches Zeichen dafür das er extrem nervös war.

Wieso musste er Babysitter spielen? Professor Jannke wusste doch das er mehr als genug zu tun hatte und zu dem auch gewisse Probleme soziale Kontakte zu knüpfen.

Auf das nötigste beschränkend lotste er David durch den Campus und zeigte die wichtigsten Räume.


„Wie wäre es wenn wir was essen ich falle gleich um vor Hunger“, meinte David als sie in der Eingangshalle angekommen waren.

„Hmm um die Zeit ist in der Mensa die Hölle los.“

„Ich hatte eigentlich nicht an die Mensa gedacht, das Vergnügen werde ich noch früh genug haben. Gibt es hier in der Nähe nicht ein schönes Restaurant oder so etwas?“, wollte er wissen.

„Wirst auch eingeladen, sozusagen als Entschädigung für die tolle Führung“, dabei stieß er Tom freundschaftlich in die Seite.

„Hier in der Nähe gibt es einen Biergarten da kann man auch ganz gut essen.“

„Das hört sich doch super an“, grinste David ihn an.



„Am Wochenende habe ich deine Doktorarbeit gelesen war wirklich faszinierend“, meinte Tom nachdem sie einen freien Tisch gefunden hatten.

„Schön“, über sein Handy gebeugt nickte David ihm zu.

„Müssen wir über die Arbeit reden? Wir werden noch genug Zeit damit verbringen und wir müssen uns jetzt nicht wirklich gegenseitig Honig ums Maul schmieren“, dunkelgrüne Augen blitzten Tom herausfordernd an.

„Wie bitte...?“

„Naja glaubst du ich komme völlig unvorbereitet hier her, natürlich hab ich mich bei Professor Jannke informiert welchen Doktoranden er mir zur Seite stellt. Als er meinte du wärst ein kleiner Wunderknabe wurde ich natürlich neugierig. Dein Physikstudium hast du mit 18 begonnen und es ziemlich straight in 6 Jahren durchgezogen, du hättest mehr als andere das Potential eine Doktorarbeit zu schreiben, doch stattdessen hängst du ein Philosophiestudium hinten dran und auch das hast du ohne wenn und aber durchgezogen. Im Moment sitzt du an deiner Dissertation und bist mehr oder weniger die rechte Hand von Professor Jannke.“

Die Kellnerin kam an ihren Tisch und sie bestellten beide ein großes Hefeweizen.

„Für mein Studium hab ich etwas länger gebraucht, naja vielleicht war meine Studienzeit etwas ausschweifend. Du hast also am Wochenende nichts besseres zu tun als meine Doktorarbeit zu lesen, du findest sie gut, schön. Damit wäre doch alles gesagt oder?“, grinsend lehnte sich David auf seinem Stuhl zurück.

„Ähm also ich hab schon noch andere Dinge zu tun, aber ...aber ich dachte das es besser wäre vorbereitet zu sein.“

„Scheiße jetzt sei doch nicht so verkrampft, damit wollte ich dich hoch nehmen“, sein Lachen klang perlend, nach Sonne und Meer.

„Tom wirklich mach dich locker, ehrlich gesagt hab ich gedacht das mich Jannke auf den Arm nehmen wollte als er meinte das du so ein kleines Mäuschen bist. Scheu und unscheinbar, das waren seine Worte, scheu daran musst du dringend arbeiten wirklich, aber unscheinbar? Du bist nicht zu übersehen also tu nicht so als wärst du nicht da.“

Lag es eigentlich an seinem Karma das er immer Menschen begegnete die vor Selbstbewusstsein nur so strotzten und ihm ständig und ungefragt unter die Nase rieben das er mehr aus sich machen sollte. Es waren ja nicht nur Alex, Ljú und Jan, sondern auch sein Prof. wen auch nur indirekt, Jans Eltern und nun auch ein Juniorprofessor den er erst seit wenigen Stunden kannte.

Was hatte er an sich das diese Menschen glaubten ihm immer wieder Ratschläge geben zu müssen? Zumindest seine Freund müssten doch sehen das er schon viel offener auf andere zuging, das ihn die abschätzigen Blicke nicht mehr störten und er nicht mehr ganz so verschlossen war wie Früher.

Als Teenager war die Kombination aus Wal und Superstreber nicht sehr vorteilhaft, gut Alex hatte sich davon nicht abschrecken lassen, doch er war der einzige wirkliche Freund.

Bis er verstand das Jan auch mehr in ihm sah als das was offensichtlich war hatte gedauert und Ljú, naja der hatte ihm gar keine Chance gelassen sich zu verstecken oder klein zu machen.


Die Kellnerin brachte ihr Bier, David bestellte sich ein Schnitzel, Tom hatte sich für einen Salat entschieden später würde Jan kochen und wenn er nicht aufgehen wollte wie ein Hefeklops dann durfte er tagsüber nicht zu viel essen. Bei seiner Bestellung schaute David ihn ungläubig an.

„Du hättest dir ruhig etwas richtiges bestellen können“, meinte er nachdem die Kellnerin sie wieder allein lies.

„Ich esse um die Uhrzeit selten etwas“, murrte Tom.

„Tom? Tom!“

Diese Stimme erkannte er unter tausenden, er drehte sich in die Richtung aus der sie kam. Da stand sein Freund, groß, seine dunklen Haare nur wenige Millimeter kurz, sein perfekter Körper steckte in einer sandfarbenen Hose, unter seinem weißen Hemd zeichnete sich seine Muskeln ab, die Sneaker rundeten das Bild ab.

Langsam kam dieser Traum auf zwei Beinen auf ihn zu, sein Grinsen wurde breiter und der Blick den er Tom schenkte war voller Liebe.

„Hey Süßer“, Jan beugte sich zu ihm und küsste ihn zur Begrüßung sanft auf den Mund.

„Hast du wieder dein Handy vergessen?“, er zog sich einen Stuhl bei und setzte sich zwischen Tom und David.

„Kann sein, wieso?“, völlig überfordert schaute Tom seinen Freund an.

„Ich hab Feierabend und wollte dich aus der Uni zum Essen entführen. In der Mensa hab ich Ljú getroffen der hat gemeint du wärst mit irgend so einem Typen hier her gegangen.“

Eine Hand legte sich auf Toms Knie, ein Zeichen dafür das Jan unsicher war und seine Besitzansprüche klarstellen wollte. Nach drei Jahren Beziehung konnte Tom diese kleinen Zeichen sehr gut lesen.

„Das ist David Fischer der Gastdozent aus München, ich hab ihm die Uni gezeigt und jetzt wollten wir eine Kleinigkeit essen“, klärte Tom seinen Freund auf.

„Oh hallo ich bin Jan der Freund von Tom.“

Jan schenkte David ein strahlendes Lächeln, gab ihm die Hand, ohne zu zeigen wie er zu Tom stand ging es anscheinend doch nicht. Auf der einen Seite war es schön das Jan in fast jedem Mann eine potenzielle Gefahr sah, nur manchmal fand Tom das er es übertrieb.

„Ich bin David, schön dich kennen zu lernen. Na dann weiß ich ja was du am Wochenende noch so tust“, grinste David.

Der Blick den Jan ihm zuwarf war eine Mischung aus Misstrauen und Irritation.

„David wollte wissen ob ich nichts besseres zu tun habe als am Wochenende seine Dissertation zu lesen“, erklärte Tom schnell bevor Jan die falschen Schlüsse ziehen konnte.

„Tja und jetzt weiß ich es, hatte schon Angst er wäre so ein kleiner Streber der sich nur hinter Büchern versteckt.“

„Ach meistens ist das auch so und wenn ich es ihm erlauben würde, dann hätte er unser Schlafzimmer schon in eine Bibliothek verwandelt“, lachte Jan und trank von Toms Weizen.

„Jan!“, zischte Tom nervös, zwar schien es David sehr locker aufzufassen das er schwul war doch noch mehr Intimitäten mussten nicht preisgegeben werden.

„Ist schon gut Süßer. Wenn du also keine Zeit für mich hast dann geh ich trainieren, holst du mich später ab?“, der Dunkelhaarige stand auf und stellte den Stuhl zurück.

„Weiß noch nicht, denke schon, bin aber mit dem Fahrrad in die Uni“, nickte ihm Tom etwas wirsch zu.

„Ist ok, davon bekommst du so einen geilen Arsch.“, den letzten Teil flüsterte Jan ihm leise ins Ohr.

„War schön dich kennen zu lernen“, verabschiedete er sich von David.

„Gleichfalls“, nickte dieser ihm zu.

Nach einem kurzen Abschiedskuss verschwand dann Jan.


„Kleines Mäuschen? Ich glaub ich sollte mal mit Jannek ein ernstes Wort reden“, lachte David nach einem Moment des Schweigens.

„Nein, also, …“, Tom spürte wie die Röte in sein Gesicht schoss.

„Tom glaubst du wirklich ich renne zu deinem Prof und erzähle ihm welche Vorlieben du bei deiner Partnerwahl hast? Also ehrlich!“, David schien wirklich entrüstet zu sein.

„Was du privat machst sollte deinem Professor und im Prinzip auch mir egal sein. Nur ich bin neu hier und werde wenn das Semester fertig ist wieder nach München gehen. Vielleicht erscheine ich dir etwas aufdringlich, aber ganz ehrlich du bist der Erste an dieser Uni der nicht völlig verstaubt ist oder nur von seiner Arbeit redet. Ich bin nicht ohne Grund aus München weg, meine Beziehung ist kaputt gegangen und ich brauchte Abstand, nur wenn ich mit der Arbeit fertig bin will ich nicht alleine in einer Wohnung herumsitzen.“

„Da hast du dir aber genau den Richtigen ausgesucht“, brummte Tom in seinen nicht vorhandenen Bart.

„Wieso?“

„Naja Jan hast du ja schon kennen gelernt und ansonsten besteht mein Freundeskreis nur noch aus Alex und Ljú, ich bin nicht unbedingt ein Partylöwe.“

„Ihr werdet aber auch nicht nur zu Hause herumsitzen und Spielabende veranstalten und Jan sieht auch nicht aus als wäre er ein typischer Einzelgänger.“

„Naja ab und zu gehen wir in den ein oder andern Club, meist sind wir aber in unserer Stammkneipe.“

„Das ist doch schon ein Anfang“, David zwinkerte ihm fröhlich zu.

„Natürlich vorausgesetzt du willst mich dabei haben.“

„Ist kein Problem.“

David war Tom wirklich sympathisch und die anderen würden sicher auch nichts gegen ihn haben.



Das Boot lag ruhig im Wasser, der Trainer saß in einem kleinen Motorboot das neben den Ruderern trieb und redete eindringlich auf die neun Männer ein. Sein Fahrrad hatte Tom an die Bootshütte gelehnt und sich dann auf die Bank unter der großen Pappel die an der Uferbefestigung stand verzogen.

Schlussendlich hatte er mit David doch noch über die Arbeit geredet. Nach seinem Diplom in Physik hatte er ein Masterstudium in Philosophie dran gehängt, seit zwei Jahren saß er an seiner Dissertation und war bisher sehr gut voran gekommen. Doch was danach?

Mit dieser Frage hatte ihn auch David bedrängt, wieso er die sechs Jahre Studium so mit Füßen treten würde, sein Diplom wäre doch schließlich das besten seines Jahrgangs - Bundesweit.

Vielleicht, so meinte David, sollte er sich überlegen auch in Physik eine Dissertation zu schreiben, nichts neues für Tom sowohl Professor Jannke wie auch Jan und Alex waren der gleichen Meinung.

Das Problem war aber das die einzige freie Stelle die für ihn in Frage kam Professor Kramer unterstellt war.

Möglicherweise müsste er die Uni wechseln, sicherlich ein Vorteil zumindest für seine Arbeit, doch es würde auch bedeuten das er nur noch eine Wochenendbeziehung führen könnte.

David hatte durch klingen lassen das er eine Möglichkeit sähe für ihn eine Stelle in München zu besorgen. Das wäre natürlich mehr als perfekt.

Das Ruderboot setzte sich in Bewegung, die nackten, verschwitzten Oberkörper glitzerten in der Sonne. Für Jan hatte es nie zu einer Profikariere gereicht und mittlerweile war er auch zu alt dazu. Dennoch ging er immer noch zwei mal die Woche rudern und auch das Fitnessstudio besuchte er regelmäßig. Der Sport war ein Ausgleich den sein Körper brauchte, oft saß er stundenlang in der Redaktion vor dem Computer und Tom sah ihm gern dabei zu wie er seinem Sport nachging. Seine körperlichen Ertüchtigungen beschränkten sich auf den Weg zur Uni den er mit dem Fahrrad zurücklegte und den zugegebenermaßen recht schweißtreibenden Bettsport den sie mehrmals die Woche ausübten.

Auch wenn in ihre Beziehung langsam der Alltag eingekehrt war ihr Sexleben war immer noch aufregend, manchmal fragte sich Tom wie er es all die Jahre ohne ausgehalten hatte. Es schien wie eine andere Welt zu sein, ein anderes Leben das er lange hinter sich gelassen hatte.

Vieles hatte er hinter sich gelassen, abgestreift wie eine alte Haut, der entscheidendste Schritt war wohl der Bruch mit seinen Eltern. Von Anfang an waren sie nicht sonderlich begeistert gewesen das er Männer liebte. Zu erst schienen sie zu glauben das es sich irgendwann legte, als das nicht geschah setzten sie all ihre Hoffnung darauf das er ein herausragender Wissenschaftler werden würde. Diese Tatsache schien sie milder zu stimmen und da wäre die Homosexualität ihres Sohnes nur ein kleines Übel das man mit Leichtigkeit totschweigen konnte.

Ja im totschweigen waren seine Eltern Weltmeister! Alles war in Ordnung wenn man nach außen das Bild wahren konnte, das Bild einer gebildeten Akademikerfamilie deren einziger Spross ein übernatürliches Talent für Naturwissenschaften hatte. Doch nicht nur dort sollte er glänzen, nein mit seinem hohen IQ waren doch auch andere Wissensgebiete für ihn kein Problem, so war zumindest die Meinung seiner Eltern. So war es für ihn seit frühster Kindheit natürlich das der Großteil seines Tagesablaufes aus lernen bestand. Das dabei das erlernen von sozialen Interaktionen zu kurz kam störte sie wenig, ihr Sohn musste funktionieren das war das Wichtigste.

Relativ Früh war Tom klar geworden das er mit Frauen wenig anfangen konnte, das dieses Thema eine heikle Diskussion bei seinen Eltern auslösen würde war ihm gleich klar gewesen und so traute er sich nach sehr viel Überwindung in den Städtischen Jugendclub an einem Nachmittag der nur für schwule Jungs ausgeschrieben war. Zu Beginn schlürfte er etwas verschüchtert seine Cola und verschwand dann mit hoch rotem Kopf. Es war wie in der Schule, die Leichtigkeit wie die anderen Jungs miteinander umgingen, wie sie miteinander redeten, lachten, sich sogar küssten irritierte ihn und wenn er dann nach Hause kam war er völlig durcheinander. Immer mehr kam der Wunsch hoch auch so zu sein, doch er traute sich nicht, es war wie eine innere Sperre. Zwar wäre er für diese Jungs nicht der Streber, aber die Angst das sie in ihm auch nur den Speckie sehen würden, wie seine Klassenkameraden, die blieb.

Und dann kam Alex, setzte sich zu ihm, immer wieder ohne das sie viel miteinander sprachen. Naja zumindest redete Tom nur wenig, Alex schien über jeden der sich im Jugendzentrum befand etwas zu wissen und wollte es Tom ausführlich mitteilen. Mit der Zeit öffnete er sich diesem etwas lauten, manchmal hyperaktiven Jungen, plötzlich gab es für Tom mehr als Schule und lernen. Es war nie so das er in Alex verliebt gewesen wäre, vielleicht am Anfang ein wenig, doch das ging schnell vorbei, dieser Alex zeigte ihm eine Welt die er so noch nie erlebt hatte. Immer öfter verbrachten sie die Nachmittage gemeinsam, streiften durch die Stadt, gingen an einen See baden oder lagen im Park faul in der Sonne rum.

Natürlich waren Toms Eltern von dieser Entwicklung nicht begeistert, doch was sollten sie tun, seine schulischen Leistungen waren immer noch sehr gut und durch den Einfluss von Alex schien Tom so etwas wie Selbstbewusstsein zu entwickeln.

Als es darum ging was er studieren würde kam für seine Eltern nur ein wissenschaftlicher Studiengang in Frage, schließlich sollte er sein Talent nicht vergeuden. Am liebsten hätte Tom Medizin studiert oder Psychologie, doch das kam für seine Eltern natürlich nicht in Frage, es musste etwas besseres sein, ein Arzt konnte ja Jeder werden. Für das Physikstudium entschied er sich damit er endlich Ruhe vor seinen Eltern hatte, natürlich interessierte er sich auch für die Materie, doch eigentlich war der ausschlaggebende Punkt das er dann zusammen mit Alex an einer Uni studieren konnte.

Es war so eine unendliche Befreiung, weg von zu Hause, weg von der ständigen Kontrolle, natürlich waren die Ergebnisse die er seinen Eltern regelmäßig vorlegte nie gut genug. Nein Tom hatte immer das Gefühl gehabt das er den Ansprüchen seiner Eltern nie genügte, dabei war es egal das er immer mit der besten Leistung nach Hause kam.

Doch die Zeit mit Alex, ihr zusammenleben veränderte ihn, immer öfter stellte er sich die Frage ob es nur darum ging seine Eltern zufrieden zu stellen oder ob er sein Leben nicht selbst in die Hand nehmen sollte. Der Entschluss nach seinem Studium etwas anderes zu tun keimte schon relativ früh in Tom, doch er wollte wenigstens das Ganze zu Ende bringen. Nächtelang diskutierte er mit Alex was er tun könnte und was er überhaupt wollte, fragen über Fragen und keine Antworten. Das war es gewesen, vielleicht sollte er etwas lernen um seine Fragen beantworten zu können, etwas das allem was ihn beschäftigte einen tieferen Sinn gab.

Nachdem seine Diplomarbeit ausgezeichnet und sogar in einem renommierten Magazin abgedruckt worden war, eröffnete Tom seinen Eltern das er nun Philosophie studieren würde.

Das sie ihm mit sofortiger Wirkung den Geldhahn zudrehten war noch das kleinste Übel. Nicht nur das sie ihn aufs heftigste beschimpften, ihm sagten das man mit solchen Träumereien kein Geld verdienen konnte und er am Ende als Taxifahrer sein Geld verdienen müsste. Nein auch Alex der als Unterstützung mitgekommen war wurde angegriffen, er war ja schließlich derjenige der Tom solche Flausen in den Kopf gesetzt, ihn mit diesem lotterhaften Studentenleben infiziert und überhaupt vom rechten Weg abgebracht hatte.

Im Endeffekt führte es dazu das Tom sich für ein Masterstudium ein schrieb und einen Job an der Uni an nahm, zwar reichte das Geld nur für das Nötigste doch das war am Ende egal. Wie immer war Alex an seiner Seite und trug die Entscheidung mit, auch seine Eltern waren nicht einfach und so betonte er immer wieder das zwei so verlorene Menschenkinder zusammen halten müssten.

Zum Eklat und dem endgültigen Zerwürfnis kam es als er vor zwei Jahren Jan seinen Eltern vorstellte.

Zum Anlass nahm er seinen Abschluss den er wieder mit Auszeichnung vollendet hatte, etwas worauf seine Eltern stolz sein konnten, so hoffte Tom. Anfangs glaubten sie Jan wäre nur ein Mitstudent der wie Alex so etwas profanes wie Journalismus studierte, etwas wofür man nicht zwingend ein Studium brauchte, etwas das jeder der sich ausdrücken und eine ordentliche Rechtschreibung hatte werden konnte. Das Tom sich diese Person nun als Lebenspartner auserwählt hatte und sogar mit ihm zusammen lebte machte das Maß voll. Der letzte Tropfen aber, der alles zum überlaufen brachte, war das er verkündete das er seine Dissertation in Philosophie machen würde. Ein nutzloser Wisch, wie sein Vater meinte, ein über bezahlter Taxischein für seine Mutter. Immer wieder redeten sie auf Tom ein, das er sein Leben doch nicht wegwerfen sollte, das sie ihn am Ende unter einer Brücke sehen und das sie, wenn es so kommen sollte, ihn nicht mehr bei sich aufnehmen würden. Irgendwann fingen sie damit an das er mit seinem Lebensstiel eine Schande für die Familie wäre, ein nutzloses Stück Mensch welches seine Gabe mit Füßen trat, sie hätten es ja von Anfang an gewusst das er es nicht wehrt gewesen war das sie ihn so gefördert hätten, das er ihre Großzügigkeit nicht würdigte. Das war der Punkt wo sich Jan einschaltete, an alles konnte sich Tom nicht mehr erinnern zu sehr war er damit beschäftigt gewesen seine Haltung zu wahren, nur bruchstückhaft drang zu ihm durch wie Jan etwas von Lieblosigkeit sagte, von Stolz auf die Leistung und darüber das es doch darum ginge das Tom seine eigenen Entscheidungen treffen müsste.

Diese Worte lösten eine warme Woge in Tom aus, seine Eltern waren ihm egal, was sie sagten war ihm egal, was sie taten war ihm egal, nur noch eins war wichtig er wollte mit Jan zusammen sein. Ein Mensch der die positiven Seiten an ihm sah, ihn liebte mit allem Guten und Schlechten was er mitbrachte, der bedingungslos hinter ihm stand und Tom ermutigte das zu tun was er wollte.

Ein Leben das nicht unter Zwang existierte, das ihm alle Möglichkeiten schenkte glücklich zu sein und genau das wollte Tom, glücklich sein!

Am Ende stellte er sich zwischen Jan und seinen Vater die sich gegenseitig anbrüllten und sich Vorwürfe an den Kopf knallten.

„Das bringt nichts“, meinte Tom zu seinem Freund der sich völlig in Rage geredet hatte, sanft zog er ihn zu sich, küsste ihn vor den Augen seiner Eltern.

„Ich werde mein Leben so leben wie ich es für richtig halte, ich bin dankbar dafür das ihr mir einen Weg geebnet habt, ob es der Beste war weiß ich nicht. Im Endeffekt ist es auch egal denn jetzt weiß ich was ich will und es ist mir egal ob ihr es für richtig haltet oder nicht. Vielleicht ist das mit dem Studium wirklich ein Fehler gewesen, falls es so sein sollte war es dennoch eine wichtige Erfahrung. Zum ersten mal eine Entscheidung die ich selbst getroffen habe ohne eure Zustimmung. Ich erwarte nicht von euch das ihr stolz darauf seit, das wart ihr noch nie, egal was ich getan habe. Aber vielleicht solltet ihr einmal darüber nachdenken ob es neben einem perfektem Studium, einer Doktorarbeit und einem gut bezahlten Job in der Forschung nicht genauso wichtig ist das ich jetzt glücklich bin, das ich nach verfluchten 26 Jahren zum ersten mal wirklich glücklich bin. Für mich ist das definitiv wichtiger als alles Geld oder Ansehen das ich bekommen kann, ich bin glücklich und zufrieden, mit einem Mann der mich so nimmt wie ich bin.“

Diese Worte liesen seine Eltern sprachlos werden und bevor sie noch ein Wort sagen konnten schleifte Tom den verdutzten Jan mit sich aus dem Haus.

Das war vorletzten Sommer gewesen und seitdem herrschte Funkstille zwischen ihm und seinen Eltern, Tom würde lügen wenn er darüber traurig wäre.

Dagegen waren Jans Eltern wesentlich unkomplizierter, vielleicht lag es daran das Jan der mittlere von drei Söhnen war, vielleicht auch daran das sie im allgemeinen viel offener diesem Thema gegenüber standen.

Zwar verstanden sie auch nicht wieso Tom noch einen weiteren Studiengang abgelegt hatte, doch sie liesen ihn in Ruhe. Für sie war es klar das Jan und auch Tom ihren eigenen Weg gehen mussten, zwar gaben sie hin und wieder gut gemeinte Ratschläge doch im großen und ganzen hielten sie sich aus ihrem Leben raus.


„Na Süßer bist du am Träumen, hoffentlich von mir“, Jans lachende Stimme riss ihn aus seinen Gedanken.

„Jeder einzelne Gedanke gehört nur dir allein“, grinste Tom seinem Freund entgegen, der sich schwer auf die Bank fallen lies.

„Du wirst noch nicht einmal rot wenn du lügst.“

„Liegt wohl daran das ich nicht lüge“, schnell stahl sich Tom einen Kuss.

„Hmm und woran hast du genau gedacht?“, wollte Jan neugierig wissen.

„Daran wie geil dein Hintern in diesen verdammt engen Trainingshosen aussieht.“

Genüsslich legte Tom seine Hände hinter den Kopf, streckte die Beine von sich und schloss die Augen.

„Ach ja, nur mein Hintern?“, fragte Jan nach.

„Ja heute hab ich nur an deinen Hintern gedacht“, gab Tom träge zurück.

Noch sehr gut konnte er sich an das Gefühl erinnern als er sich das erste mal tief in Jan versenkte. Ein Gefühl das ihm jedes mal den Atem raubte.

„Vielleicht solltest du auch nachprüfen ob er sich noch genauso gut anfühlt wie das letzte mal“, raunte ihm Jan dunkel ins Ohr.

Oh ja das letzte Mal, sie waren feiern gewesen, angetrunken, beide, übereinander hergefallen wie die Tiere und zum ersten mal war Jan nur durch Stimulation seiner Prostata gekommen. Sofort reagierte Toms Männlichkeit, ja der Gedanke daran war mehr als heiß, dieser verschwitzte Körper, das vor Lust verzerrte Gesicht, ein Muskel der sich immer enger um Tom geschlossen hatte, Jan hatte sich wie ein Ertrinkender an ihn geklammert.

„Vielleicht sollte ich das“, murrte Tom.

Eine Hand wanderte langsam seinen Oberschenkel höher und blieb locker kurz vor der immer größer werdende Beule liegen.

„Also ich bin mir sehr sicher das du das tun solltest, es würde mir sehr gefallen.“

Bartstoppeln rieben über die zarte Haut von Toms Hals, Lippen berührten ihn leicht hinter seinem Ohr.

„Dann lass uns nach Hause gehen bevor du noch hier über mich her fällst“, keuchte Tom, sein Freund wusste sehr genau wie er das bekam was er wollte.





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