...du bist krank im Kopf, manchmal....

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Als er aufwachte wusste er das er ziemlich dämlich grinste, dämlich aber unendlich glücklich und das was ihn so glücklich machte lag neben ihm. Mit geschlossenen Augen drehte sich Jan um, doch seine Hände griffen ins Leere als sie nach dem warmen Körper suchten der ihn so glücklich machte.

Verwundert öffnete Jan die Augen, da war kein Tom.

Durch die offene Schlafzimmertür konnte er das Chaos das sie im Flur hinterlassen hatten sehen, es fehlten die Klamotten von Tom und auch seine Tasche war weg. Irritiert wanderte Jan's Blick zu seinem Radiowecker, 6:30 blinkte ihm in roter Schrift entgegen. Eine absolut angebrachte Zeit um aufzuwachen, eigentlich hatte er verschlafen sonst war er schon auf dem Weg zu seiner täglichen Joggingrunde.

Tom war also abgehauen, wieso war er nicht wach geworden, verflucht. Doch seit Wochen hatte er endlich einmal eine Nacht traumlos überstanden, eine Nacht ohne pubertäre Träume von einem kleinen, unscheinbaren Streber, weil dieser ja neben ihm lag.

Frustriert stand Jan auf, kochte sich einen Kaffee den er stehend am offenen Fenster trank.

Wieso war der Kleine einfach abgehauen? Hatte es ihm nicht gefallen? Viel geredet hatte Tom ja wirklich nicht, aber Jan hatte geglaubt das er genauso viel Spaß hatte wie er selbst.

Vielleicht musste Tom früh zur Uni und wollte Jan nur nicht wecken. Das war Quatsch, keine Vorlesung begann so früh und dann hätte Tom ja eine Nachricht hinterlassen können.

Es brachte alles nichts, auch wenn Jan es gerne würde er konnte es sich nicht schön reden, Tom war einfach abgehauen, es war fast so als wäre er gar nicht in dieser Wohnung gewesen. Nur die zwei Teller die in der Spüle standen und die benutzten Kondome zeugten davon das Jan Gestern nicht alleine war.

Hatte Tom Angst bekommen das Jan diese Nacht bereuen würde, war er deswegen abgehauen? Aber hatte er ihm nicht gezeigt wie sehr er Tom wollte?

Oder war Tom abgehauen weil er nicht mehr als nur Sex wollte, weil sein Herz einem anderen gehörte? Wieder sah er Tom's Gesicht vor sich, das Glitzern das in seinen Augen lag wenn Alex dabei war. Verzweifelt lachte Jan auf, natürlich Alex! Wie blöd konnte er nur sein zu glauben das er Tom durch Sex von seiner Schwärmerei für Alex heilen konnte.

Die Nachbarin von Oben war auch gerade aus ihrem Schönheitsschlaf erwacht und schien die Welt lautstark mit Liebesliedern beschallen zu müssen. Generell hatte er an ihrem Musikgeschmack nichts auszusetzen, so wie es sich anhörte war sie gerade wieder in ihrer Ärzte bzw. Farin Urlaub Phase, es wechselte wöchentlich. Die Herren hatten ja nicht sonderlich viele wirkliche Liebeslieder doch wieso musste sie ihn genau Heute mit solchen quälen?


...


Deine Haut ist kühl und weich,
Deine Augen Sternen gleich.
Und sie schauen mich spöttisch an,
Weil ich nicht Süßholz raspeln kann.

Manchmal möcht' ich dich verführen,
Dich nur mit meinen Blick berühren,
Weil du so zart bist.


..


Genervt schloss Jan sein Fenster, zu viel war zu viel, er war ja kein Masochist. Eine Runde um den Stadtweier würde ihm gut tun und danach ab zur Uni vielleicht ergab sich ja die Möglichkeit mit Tom zu reden.


Bis zum Mittag hatte er weder Tom noch Alex gesehen, Jan setzte seine ganze Hoffnung darauf den Braunhaarigen in der Mensa zu entdecken. Doch nach mehrmaligem absuchen des gut besuchten Speiseraumes setzte sich Jan frustriert an einen Tisch und begann lustlos sein Mittagessen in sich rein zu stopfen.

Na alles klar bei dir?“, ein Tablett wurde scheppernd auf dem Tisch platziert, als Jan nach Oben sah stand ihm ein grinsender Alex gegenüber.

Hmm.“, gab Jan brummend zurück.

Oha das klingt wirklich begeistert. Habt ihr Gestern “Wenn die Gondeln Trauer tragen“ gesehen oder was? Tom hat heute Morgen noch gepennt als ich weg bin, das erste Mal das er seine Vorlesungen sausen lässt.“

Alex setzte sich Jan gegenüber und begann seinen Hamburger mit Pommes zu verdrücken.

Nee so was schau ich mir sicher nicht an.“

Der Kleine war also gar nicht in der Uni und mit Alex schien er auch noch nicht geredet zu haben.

Naja irgendwie ist es seltsam so kenne ich Tom nicht, ich hab bis jetzt keine pflichtbewusstere Person kennen gelernt. Anscheinend ist für jeden einmal das erste Mal.“, meinte Alex schulterzuckend und schob sich dabei ein paar Pommes in den Mund.

Wahrscheinlich.“, murrte Jan, er wollte mit Alex nicht über Tom reden. Mit jedem anderen nur nicht mit Alex, derjenige der noch nicht einmal merkte was für einen Schatz ihm sein Herz schenken würde wenn er es zuließe. Es machte Jan unendlich wütend das Alex dieses Geschenk so mit Füßen trat.

Zumindest kann er jetzt ohne dumme Bemerkungen trainieren gehen, vielleicht findet er wenn er ein paar Kilos abgespeckt hat ja auch den richtigen Kerl.“, meinte Alex mit einem Grinsen im Gesicht.

Ja vielleicht.“

Verdammt am liebsten würde er Alex jetzt eine rein hauen, wenn es ginge ihm so viel Verstand rein prügeln bis er merkte in wen Tom eigentlich verliebt war. Wie konnte er nur so ignorant sein, wenn er nur etwas Feingefühl hätte müsste er doch sehen was los war. Selbst Jan hatte es bemerkt und er kannte die beiden nun wirklich noch nicht so lange.

Schweigend beendeten sie ihr Essen.

Ich muss wieder.“, meinte Jan während er aufstand.

Hmm ok, wir sehn uns ja Morgen wieder bei Kniese.“, nickte ihm Alex lächelnd zu.

Ja genau. Sag Tom einen schönen Gruß von mir.“, kam es gepresst aus Jan's Mund, es kostete ihm ziemlich viel Selbstbeherrschung Alex nicht das Tablett über den Kopf zu ziehen.

Ja mach ich.“, nickte ihm Alex noch einmal zu und widmete sich dann wieder seinem Essen.



Frustriert stopfte Jan seine Unterwäsche in die Waschmaschine, so konnte es definitiv nicht weitergehen. Es waren genau neun Tage vergangen, neun endlos quälend lange Tage, es war die reinste Hölle. Weder in der Uni noch im Fitnessstudio hatte er Tom wieder gesehen, zwar war ihm der Gedanke gekommen den Kleinen einfach nach einer Vorlesung ab zu fangen, doch bis jetzt war Tom ihm immer entwischt, wie er das machte wusste Jan nicht.

Nachts konnte er nicht schlafen weil sein Hirn ihm ständig vorgaukelte das neben ihm ein weicher, anschmiegsamer Körper lag, wenn er in der Uni einen verwuschelten braunen Schopf sah glaubte er sofort Tom vor sich zu haben und selbst beim Sport fanden seine Gedanken immer einen Weg der zu diesem braun haarigen Streber führte. Es war zum verzweifeln. Unruhig tiegerte er stundenlang durch seine Wohnung, versuchte sich klar zu machen das es einfach nur Sex war und er sich nicht anstellen sollte wie ein unglücklich verliebtes vierzehn jähriges Mädchen. Das Problem war aber das er sich fühlte wie so ein verrotztes, pubertierendes Gör. Noch immer lag das Kissen auf dem Tom geschlafen hatte in seinem Bett und wenn er schlafen ging vergrub Jan seine Nase tief in dem Stoff um sich der Illusion hinzugeben Tom wäre noch da. Stundenlang saß er vor seinem Laptop und sah sich das Foto an auf dem Alex, Tom und er zu sehen waren, Weihnachtsfeier der Ruderer, die Größe des Bildes hatte er so verändert das nur Tom zu sehen war. Zu allem Überfluss schaute Jan sich auch irgendwelche Liebesschnulzen an und träumte dabei wie es wäre wenn es zwischen Tom und ihm auch so liefe.

Zumindest seine Nachbarin hatte ein Einsehen mit ihm, heute Morgen hatte sie ihre Umgebung mit deprimierenden Liebesliedern beschallt.

Das Klingeln des Telefons riss ihn aus seinen Gedanken, Samstags um die Uhrzeit riefen fast immer nur Mitglieder seiner Familie an. Seufzend stand Jan auf, ein Gespräch mit seiner Mutter würde ihm gerade noch fehlen, aber was solls. Als er endlich das Telefon in der Hand hielt stellte er erleichtert fest das es sein Bruder war.


Joup.“

Na wie geht’s meinem kleinen Bruder?“, drang Steffen's fröhliche Stimme aus dem Hörer.

Beschissen.“, murrte Jan dabei ging er in die Küche um sich Kaffee zu kochen.

Doch so schlimm? Mom hat gemeint als sie letzte Woche mit dir telefoniert hat wärst du ziemlich knapp angebunden gewesen, was ist denn los?“

Das war mal wieder typisch für seine Mutter, jetzt sollte Steffen herausfinden wieso Jan schlechte Laune hatte, schon als sie Kinder waren wurde der Ältere für solche Aufgaben eingespannt.

Nix, alles in bester Ordnung.“, knurrte Jan in den Hörer.

Nach nix hört sich das aber nicht an, hast du Probleme mit dem Studium oder liegt es an dem Typen von dem du mir an Weihnachten erzählt hast?“

Sporadisch hatte Jan seinem Bruder von Tom erzählt. Es war ja sonst auch niemand da mit dem er wirklich reden konnte, gut er hätte mit Sabine reden können oder Arno seinem besten Freund aus der Schule, doch sie hätten ihn nicht verstanden. Selbst seine Freunde sahen in ihm nur den gut aussehenden Sportler, der ganz sicher nicht auf den Kopf gefallen war und vor Willensstärke nur so strotzte, wenn er ihnen erzählen würde das er vor jemanden wie Tom Angst hatte würden sie ihn auslachen.

Hmmpff.“

Also Tom.“, stellte Steffen fest, Jan konnte genau hören wie sein Bruder den Kopf schüttelte.

Hast du mit ihm geredet?“

Nicht wirklich, wir....also....“, er konnte seinem Bruder doch schlecht erzählen was genau passiert war, sicher wollte Steffen die Einzelheiten nicht wissen.

Ja?“

Tom geht mit mir in das gleiche Fitnessstudio und da sind ein paar Typen die ihn ständig dumm von der Seite anmachen. Letzte Woche kam Alex, sein Mitbewohner und meinte man müsse den Typen einen Denkzettel verpassen, sein Plan war das ich Tom von seiner Trainingsstunde abhole und so tue als währe ich sein Freund. Das hat alles wunderbar geklappt und dann..... Wir haben miteinander geschlafen, es war der beste Sex meines Lebens und am nächsten Morgen war er weg. Seitdem geht er mir rigoros aus dem Weg, ich glaub ich hab nur als Notnagel herhalten müssen, eigentlich ist er in seinen Mitbewohner verliebt.“, brach es aus Jan hervor. Es laut auszusprechen tat gut, egal wie Steffen nun darauf reagieren würde.

Und dir geht es scheiße weil?“, fragte Steffen nach.

Weil ich mich in diesen Typen total verliebt habe und ich nur noch an ihn denken kann.“

Hmm naja das ist normal wenn man verliebt ist.“, kam es belustigt von der anderen Seite.

Ha ha sehr witzig! Ich will aber gar nicht in ihn verliebt sein, scheiße er will mich doch gar nicht.“

Hat er dir das so gesagt?“, wollte Steffen wissen.

Oder glaubst du das nur?“

Er hat es mir nicht gesagt, aber wie würdest du das denn verstehen wenn dir eine Person mehr als offensichtlich aus dem Weg geht? Mal abgesehen davon das er Alex immer mit leuchtenden Augen anhimmelt, nur kapiert der das nicht.“

Jan setzte sich an den Küchentisch und sah dem Wasser dabei zu wie es langsam aus dem Filter tropfte.

Vielleicht liegt es nicht daran das er in einen anderen Typen verliebt ist sondern daran das ihm das alles peinlich ist.“, entgegnete ihm Steffen nüchtern.

Wie meinst du das?“, wollte Jan irritiert wissen.

Ich fasse es mal so zusammen wie ich das sehe. Tom ist nach Definition der Mehrheit keine Schönheit, er ist schüchtern und so wie du erzählt hast besitzt er auch nicht gerade ein gesundes Selbstbewusstsein. Da kommt also so ein Abbild eines Adonis auf ihn zu und verführt ihn, ich weiß ja nicht was ihr genau gemacht habt und ehrlich gesagt will ich es auch gar nicht wissen. Nur wenn du sagst es war der beste Sex deines Lebens vermute ich mal ihr habt es nicht in der Umkleide getrieben. Im Prinzip ist es auch egal, weil du mein Lieber mir seit Monaten vor heulst wie sehr du auf diesen Typen stehst und dich aber nicht traust mit ihm irgend ein Wort zu reden. Ich vermute mal ihr habt an diesem Tag alles getan nur nicht sonderlich viel geredet. Stimmt das soweit?“

Ja.“, gab Jan wortkarg zu, wobei er bei dem Adonis schon Einspruch erheben würde, er empfand sich eher als Durchschnitt.

Ok, wenn wir mal davon ausgehen das Tom nicht in seinen Mitbewohner verliebt wäre. Jan der Typ kommt sich wahrscheinlich völlig verarscht vor, sorry wenn ich das jetzt sage aber wahrscheinlich hatte er noch nie das Vergnügen mit so einem Kerl wie dir das Bett zu teilen und du hast nichts besseres zu tun ohne ein Wort zu sagen über ihn her zu fallen? Wenn plötzlich vor mir Angelina Jolie auftauchte und mich wortlos vernaschen würde, dann bekäme ich es auch mit der Angst zu tun. Das Letzte was mir in den Sinn käme wäre das sie sich Hals über Kopf in mich verliebt hätte.“

Aber ich habe ihm doch gezeigt das er etwas ganz besonderes für mich ist.“, verteidigte sich Jan.

Der Kaffee war mittlerweile durchgelaufen und er füllte das schwarze, dampfende Getränke in eine Tasse.

Hast du es ihm gesagt?“

Nein nicht so direkt, ich hab ihm nur gesagt das er sich gut anfühlt und er bei mir nicht schüchtern sein braucht.“, brachte Jan mühselig hervor, sie hatten wirklich nicht sehr viel miteinander geredet.

Das ist doch ein Witz und du wunderst dich das er dir aus dem Weg geht? Oh man Jan wie bescheuert kann man eigentlich sein? Geh zu ihm und rede mit ihm, vielleicht warst du wirklich nur der Notnagel, aber viel wahrscheinlicher ist das Tom glaubt du hast nur mit ihm gespielt und er will der Demütigung aus dem Weg gehen dir noch einmal zu begegnen.“, die Stimme von Steffen wurde unmerklich lauter und Jan glaubte so etwas wie Unverständnis raus zu hören.

Aber ich bin mir definitiv sicher das er in Alex verliebt ist.“, gab Jan trotzig zurück.

Mach was du denkst Bruderherz, zumindest kann ich Mom sagen das alles ok mit dir ist. Ein etwas angeknackstes Herz ist ja noch kein Weltuntergang.“, anscheinend hatte Steffen genug von ihrem Gespräch. Eigentlich telefonierten sie nie sonderlich lange miteinander, Steffen hatte seine Sicht geschildert und Jan sein, somit war alles gesagt.

Ok Großer, bewege deinen Arsch und rede mit Tom, nächste Woche will ich Ergebnisse hören. Tanja kommt gleich mit den Kids wieder sie waren bei ihren Eltern.“

Ja ist ok, sag allen einen schönen Gruß, wir telefonieren nächste Woche wieder.“, mürrisch legte Jan auf.

Das Gespräch hatte nicht wirklich etwas gebracht und seine Laune auch nicht verbessert. Natürlich wenn man davon ausging das Tom nicht in Alex verliebt war, konnte Steffen durchaus recht haben. Doch davon ging Jan nicht aus, zu deutlich waren die Zeichen die er jedes mal sah wenn er mit Alex und Tom zusammen kam.


Es war Samstag, vielleicht sollte er sich einfach in das bunte Getümmel des Nachtlebens stürzen, vielleicht konnte er so Tom aus seinem Hirn verbannen. Ja er würde heute Abend ausgehen und sich irgend jemanden aufreißen, irgend jemanden, anonymen schnellen Sex, vielleicht würde das helfen.

Voller Tatendrang ging Jan in sein Schlafzimmer um die passenden Klamotten raus zu suchen, danach widmete er sich ausgiebig seiner Körperpflege und nach zwei Stunden war er mit dem Ergebnis das er im Spiegel sah mehr als zufrieden. Eigentlich waren seine schwarze Hose und das schwarze eng anliegende Hemd eher schlicht, doch Jan wusste genau es würde seine Wirkung nicht verfehlen.

Das “Dark Angel“ war der angesagteste Schwulenclub der Stadt, bis jetzt hatte Jan sich nur ein mal dort hinein gewagt, zu viele Männer, zu plumpe Anmachen und alles lief nur auf das eine hinaus, genau der richtige Laden für sein heutiges Vorhaben.

Der Türsteher winkte ihn ohne eine wirkliche Kontrolle durch, nachdem er bezahlt hatte ging Jan runter in den Keller. Eine Mischung aus wummernden Bässen und undeutlichem Stimmengewirr kam ihm schon auf der Treppe entgegen und dann tauchte er in eine Welt voller bunten Farbblitzen, viel zu lauter Musik und dem Geruch aus Schweiß und Sex ein. Sein erster Weg führte ihn zu Bar, von dort aus konnte man die Tanzfläche wunderbar überblicken, zuckende Leiber die sich im Takt der Musik bewegten. Um seine Bestellung aufzugeben musste sich Jan unnatürlich nah zu dem Barkeeper beugen der ihm gleich zu verstehen gab das er von ihm nicht nur Getränke bekommen könnte. Falls er wirklich niemanden finden würde der seinem Geschmack entsprach war dieser schwarz gefärbte Twink zumindest eine passable Alternative.

Es dauerte nicht lange und ein durchaus attraktiver Mann kam auf ihn zu, kein Vergleich zu Tom, doch genau den wollte Jan ja los werden. Das Dröhnen der Musik untergrub jeglichen Versuch eine Unterhaltung zu führen, stattdessen nahm ihn der junge Mann an der Hand und führte ihn zu Tanzfläche. Die blonden Haare hatten leichte Wellen, ein eben mäßiges Gesicht wurde durch zwei blaue Augen und volle Lippen abgerundet und der für die Szene perfekte Körper schmiegte sich verführerisch an Jan. Eindeutiger konnte dieser Kerl ohne Namen Jan nicht zeigen was er von ihm wollte, im Prinzip hatte Jan da auch durchaus nichts dagegen. Das Problem lag aber darin das sich absolut nichts regte, Null, nada, sein Lustzentrum schien zu streiken oder war kurzfristig in den Urlaub abgehauen. So sehr er auch versuchte auf die mehr als eindeutigen Berührungen einzugehen, es tat sich nichts. Natürlich bemerkte auch der blonde Jüngling das Jan nicht so auf ihn reagierte wie er es wohl gerne gehabt hätte. Plötzlich nahm dieser Jan's Hand und zog ihn von der Tanzfläche weg, sein Ziel wurde Jan sofort klar als er vor einer mit einem dunklen Vorhang verhängten Tür eine Schale mit Kondomen sah. Scheiße, bis jetzt hatte er es immer vermieden in irgendwelche Darkrooms zu gehen, aber was solls vielleicht würde durch die andere Geräuschkulisse sein streikendes Lustzentrum geweckt werden. Ziemlich schnell wurde seine Hose geöffnet und schon spürte Jan weiche Lippen die sich um seinen schlaffen Schwanz legten. Man konnte nicht behaupten das sich der Typ keine Mühe gab, ganz im Gegenteil er wusste anscheinend sehr genau was er da tat. Das Problem war nur das er nicht Tom war und sich auch nicht wie er anfühlte. Verzweifelt versuchte sich Jan seine heißesten Phantasien vor zu stellen, dumm nur das seit geraumer Zeit in allen ein gewisser Philosophiestudent eine Hauptrolle hatte. Es brachte nichts, sanft schob Jan den Blonden von sich.

Sorry.“, nuschelte er während er seine Hose wieder schloss und dann eilig den Club verließ.


Konnte es eigentlich noch peinlicher werden? Es führte kein Weg dran vorbei er musste mit Tom reden.

Den restlichen Samstag verbrachte er im Roots seiner Lieblingskneipe, laute Rockmusik und keine Twinks die ihn anmachten. Nach dem fünften Glas Whisky sah ihn der Barkeeper fragend an, doch Jan schüttelte nur den Kopf und bestellte sich das nächste Glas. Das Letzte was er jetzt wollte war reden, er wollte trinken damit er die restliche Nacht nicht mehr an Tom denken musste.

Etliche Gläser später war die erwünschte Wirkung eingesetzt und Jan machte sich auf den Weg nach Hause. Doch als er im Bett lag, der Schlaf langsam in seinen Körper kroch war sein letzter Gedanke wie gut sein Kopfkissen noch nach Tom roch.

Den Sonntag verbrachte er zum größten Teil im Bett, ihm fehlte einfach jegliche Motivation um irgendetwas zu tun. Seine Gedanken kreisten nur um Tom, wie konnte er ihm begreiflich machen das er sich in ihn verliebt hatte. Reden das war natürlich die ultimative Lösung, er musste Tom sagen was er für ihn empfand, daran führte kein Weg vorbei. Nur allein der Gedanke daran machte ihm Kopfzerbrechen, in der Theorie schien alles so einfach, doch er wusste wenn er Tom gegenüber stehen würde brächte er kein vernünftiges Wort heraus. Und selbst wenn, wer sagte ihm das Tom seine Gefühle erwiderte die Chancen standen fünfzig zu fünfzig, nein eigentlich glaubte Jan das zu neunundneunzig Prozent Tom seinen Mitbewohner bevorzugte. Tja und wenn er es aus Tom's Mund gehört hätte, wenn er ihm beichtete das sein Herz Alex gehörte was dann? Mal abgesehen davon das er Tom nicht mehr in die Augen sehen könnte, der Anblick von Alex würde ihn nur noch wütend machen, wütend weil dieser nicht kapierte was so dicht vor seiner Nase passierte. Im Prinzip musste er sich zwischen stillem Leiden und dem zerstören seiner Freundschaft zu Tom und Alex entscheiden. Die Frage war also was konnte er schneller überwinden, den stillen Schmerz oder die schmerzhaft geklärten Wunden und den Verlust von Freunden.

Lieber stellte Jan sich vor wie es wäre wenn Tom ja sagen würde, zu ihm und zu seiner Liebe. Wenn Tom auch in ihn verliebt wäre, wie sie gemeinsam so einen Sonntag verbringen könnten. Sicher wäre Jan als erstes wach, er würde Tom beim schlafen beobachten und wenn er es nicht mehr aushalten konnte würde er den Braunhaarigen sanft wecken, ihn verführen, ihn lieben. Danach ein Frühstück im Bett oder in einem der kleinen Cafés in der Innenstadt, ein Ausflug ins Grüne, ein Museum, sich mit Freunden treffen oder einfach nur zu Hause bleiben und die Zweisamkeit genießen. Am Abend auf der Couch aneinander gekuschelt noch einen Film sehen und später würde Jan seinem Liebsten noch einmal zeigen wie perfekt ihre Körper zusammen passten. Ja diese Vorstellung war schön, tat gut auch wenn eine Stimme im Hinterkopf immer wieder sagte das so etwas nie passieren würde.


Mühselig schleppte sich Jan am Montag in die Uni, er hatte die Hoffnung Tom abzufangen noch nicht aufgegeben. Als er den Kleineren dann in der Eingangshalle sah schien der richtige Moment gekommen zu sein. Für einen kurzen Augenblick trafen sich ihre Blicke, die Zeit schien für Jan still zu stehen. Zaghaft lächelte Tom ihn an, er wollte gerade auf ihn zugehen als Alex in sein Blickfeld trat, er legte einen Arm um Tom und flüsterte ihm etwas zu was den Kleineren rot werden ließ. Wie versteinert blieb Jan stehen, sah zu wie die zwei in Richtung Mensa gingen, Alex hatte immer noch den Arm um Tom gelegt, ihn nah an sich gezogen. Plötzlich wurde Jan speiübel, alles was recht war, aber niemand konnte von ihm verlangen jetzt mit Tom zu reden, jetzt wo Alex dabei war, jetzt wo er mit ansehen musste wie Tom diese Annäherung widerstandslos sich gefallen lies.

Jan rannte los, rannte auf die Straße, als wäre der Teufel höchst persönlich hinter ihm her, rannte auf dem schnellsten Weg nach Hause. Erst als er sich völlig außer Atem auf sein Bett fallen lies merkte Jan wie er weinte, das konnte doch nicht wahr sein er heulte als wäre er ein kleines Kind dem man sein lieblings Spielzeug weggenommen hatte. Das konnte er niemandem erzählen, es würde ihm keiner glauben. Es sollte aufhören, jetzt sofort, sein Herz sollte sich nicht mehr so schwer anfühlen, nicht mehr bei jedem Schlag schmerzen. Wenn er die Augen schloss sah er Alex wie dieser seinen Arm um Tom legte, ihn an sich zog, sich so nah zu ihm beugte das er Tom küssen konnte.

Verzweifelt drückte Jan sein Gesicht tief in das Laken, wieso musst ihm so etwas passieren, wieso ausgerechnet Tom und wieso um alles in der Welt hatte er sich dazu hinreisen lassen mit ihm zu schlafen? Das wäre alles nur halb so schlimm wenn Jan nicht mittlerweile wüsste wie Tom sich anfühlte, wie er schmeckte, wie er roch und nicht zu vergessen wie er sich anhörte wenn er geliebt wurde. Schluchzend krümmte sich Jan zusammen, in seinem Magen hatte sich ein unnatürlicher Druck aufgebaut, eine weitere Welle von Tränen überrollte ihn. Die Welt sollte ihn in Ruhe lassen, er wollte nichts mehr hören und sehen und vor allem wollte er diese verdammten Gefühle los werden!




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