...du bist krank im Kopf, manchmal....

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Es war unmöglich seinen Blick abzuwenden, zu niedlich sah er aus, die braunen Haare die immer wieder in sein Gesicht fielen und wie er sie mit seiner Hand scheinbar entnervt wieder hinter sein Ohr zu schieben versuchte.

„Du hörst mir gar nicht zu,“ maulte Sabine und stocherte dabei in ihrem Salat rum.

„Doch natürlich höre ich dir zu,“ ungern wendete Jan den Blick von dem jungen Mann ab und widmete sich wieder seiner Kommilitonin.

„Der Rische hat doch den Arsch offen, echt jetzt,“ missmutig schob sie den Teller von sich.

„Das nächste mal strengen sie sich mehr an,“ äffte sie ihren Dozenten nach.

„Mach dir doch nichts daraus, es ist eben nicht jeder begabt bei Ballsportarten.“ Schon in der Schule lies Sabine jegliches Talent im Umgang mit Bällen vermissen, dafür war sie eine ausgezeichnete Turnerin und auch in der Leichtathletik konnte sie glänzen.

„Und das sagt Mr. Supersportler,“ verächtlich schnaubte die junge Frau.

„Das bin ich gar nicht. Aber es wird auch nicht besser wenn du nicht isst,“ langsam schob Jan ihr den Teller wieder zu. Schon immer war Sabine sehr schlank, doch in den letzten Monaten glich sie mehr einem Hungergestell als einer Frau.

„Ich mag aber nicht mehr, am Ende sehe ich noch so aus wie der Typ da drüben.“ verächtlich nickte sie in die Richtung wo der junge Mann saß den Jan vorher beobachtet hatte. Immer noch kämpfte er mit seinen Haaren, er schien so sehr in sein Buch vertieft zu sein das er alles um sich vergaß. Abwesend löffelte er nebenbei einen Schokopudding, mehr als einmal glaubte Jan das der Pudding auf dessen Shirt und nicht in seinem Mund landen würde.

Mit ihren schätzungsweise 45kg würde Sabine zweimal in ihn rein passen überlegte Jan, vielleicht hatte der junge Mann die hunderter Grenze auch schon überschritten.

„Das wirst du ganz sicher nicht, dir würde das ein oder andere Gramm mehr sehr gut tun,“ widerwillig löste Jan wieder den Blick von dem Braunhaarigen.

„Das sieht mein Trainer ganz anders. Ach Mist ich müsste schon längst bei ihm sein.“ Schnell stand Sabine auf, nahm ihr Tablett und küsste Jan zum Abschied auf die Wange.

„Bis dann Schneckchen,“ lachte Jan ihr nach während sie sich durch den neuen Schwung Studenten kämpfte der lärmend in die Mensa strömte.

Der junge Mann hatte den Kopf gehoben und sah sich etwas irritiert um, der ansteigende Lärmpegel hatte ihn wohl gestört. Für einen kurzen Moment streiften sich ihre Blicke, braune Augen, schöne große braune Kulleraugen. Leise seufzte Jan, wahrscheinlich ging es ihnen beiden ähnlich, sie wurden nur nach Äußerlichkeiten beurteilt. Es war nicht zu übersehen das der Braunhaarige einige Kilos zu viel mit sich herumtrug und es machte auch den Anschein das er ein Streber war, Jan dagegen war der geborene Sportler. Es war ihm nie schwer gefallen, er liebte Sport, vor allem die Sportarten die in irgend einer Weiße mit Wasser zu tun hatten. Schon sehr früh war er in den Ruderverein seiner Heimatstadt beigetreten, das regelmäßige Training hatte sich gegen Ende seiner Pubertät wirklich gelohnt, zumindest optisch. Seine Freunde gingen mehrmals die Woche in ein Fitnessstudio um ein Sixpack und starke Oberarme zu bekommen, sie glaubten Mädchen würden das mögen, natürlich baute sich so eine Muskulatur nicht von Heute auf Morgen auf.

Das Mädchen gut gebaute Männer bevorzugten hatte er schon oft genug erlebt, da gab es nur ein kleines Problem, Jan fand Mädchen nicht im geringsten anziehend, ja sie waren nett und man konnte auch mit ihnen Spaß haben, aber das war es auch dann schon.

Da Jan nicht jedem auf die Nase binden wollte das er schwul war gab es auch jetzt noch genug junge Frauen die ihm eindeutige Angebote machten und noch mehr die ihm bewundernd hinterher schauten. Selbst wenn, er war nicht der Typ für ein schnelles Abenteuer, er wollte einen Menschen an seiner Seite dem er vertrauen konnte, den er liebte und der ihn auch liebte, nicht nur den schönen Körper.

Unsanft wurde Jan an gerempelt, ein gemurmeltes Sorry und schon galt seine Aufmerksamkeit wieder dem Braunhaarigen. Schon öfters hatte er ihn in der Mensa gesehen, er saß eigentlich immer alleine und vergrub seine Nase in irgend ein Buch. Bis jetzt hatte Jan noch nicht sehen können was er laß.

Die blasse Haut lies vermuten das er nicht viel raus ging, auch seine etwas gebeugte Körperhaltung zeigte das er kaum Sport machte, wenn überhaupt. Vielleicht lag es auch daran das er sich klein und unsichtbar machen wollte, zwar hatte er es auf seiner Schule nie erlebt aber er wusste das Menschen die so aussahen gerne gehänselt wurden. Auf so eine Idee würde Jan nie kommen, nein wenn er den jungen Mann sah kamen ihm ganz andere Gedanken. Schon als er ihn das erste mal hier entdeckte machte sein Herz so einen seltsamen Hüpfer und nun hoffte er jedes mal wenn er die Mensa betrat das der Braunhaarige auch da war.

Normalerweise war Jan alles andere als schüchtern, ruhig ja, etwas zurückgezogen vielleicht, aber nicht schüchtern. Das er ständig nach seinem Aussehen beurteilt wurde ging ihm einfach gegen den Strich und deswegen ging er selten aus. Doch wenn ihm ein Mann gefiel, ihm sympathisch war dann hatte er nie ein Problem gehabt das dem andern zu zeigen. Natürlich wusste er nie genau ob der andere die gleichen Vorlieben hegte was die Partnerwahl betraf, doch mit der Zeit hatte Jan ein Gespür dafür entwickelt.

Nur bei diesem Typ, er konnte es einfach nicht einschätzen ob er an Frauen oder Männern interessiert war, dazu kam noch das Jan sich einfach nicht traute ihn anzusprechen. Vielleicht dachte der Kleine das er nur einer dieser dummen Sportler war, vielleicht dachte er auch das Jan ihn nur verarschen wollte oder noch schlimmer ihn verprügeln. Vielleicht lag es auch daran das Jan allein bei dem Gedanken an den Tisch zu treten und einfach nur hallo zu sagen weiche Knie bekam.

Das war schon verrückt.


Seit dem Wintersemester hatte Jan sich für Journalismus eingetragen, er wollte am Ende nicht in irgend einer Schule als Sportlehrer oder in als Trainer in einem Fitnessstudio enden.

Erst vor ein paar Tagen hatte er mitbekommen das Alex den gleichen Studiengang belegte. Alex war auch in der Ruderabteilung der Uni.

Seit sie festgestellten das sie die meisten Vorlesungen gemeinsam hatten, bürgerte es sich ein das sie immer zusammen saßen.


„Kommst du mit in die Mensa ich sterbe vor Hunger?“, fragte Alex während sie ihre Sachen zusammenpackten.

„Heute mal keine Verabredung?“, wollte Jan lachend wissen. Schon im ersten Moment hatte er gewusst das Alex auch schwul war, nicht das er irgendwie tuckig wirkte, nein ganz im Gegenteil, Jan hatte es einfach gewusst. Wie sich herausstellte war Alex ein Jäger, jemand der sich immer wieder neue Kerle ins Bett holte und wenn sie langweilig wurden dann servierte er sie ab.

„Nee nicht direkt, vielleicht ist Tom in der Mensa,“ meinte Alex schulterzuckend während sie langsam auf den Ausgang zusteuerten.

„Deine neuste Eroberung?“

„Tom? Nein um Gottes Willen er ist mein bester Freund und Mitbewohner,“ lachte Alex auf.

„Wenigstens kein gebrochenes Herz das man später wieder flicken muss,“ meinte Jan leise.

„Ihr Gutmenschen geht mir so was von auf den Sack, die Typen wissen doch worauf sie sich einlassen,“ schnaubte Alex während er neben Jan herlief. Ja die ganze Uni wusste das wenn man sich auf Alex einließ man nach spätestens einer Woche wieder ab serviert wurde. Das hielt die schwule Männerwelt aber nicht davon ab es immer wieder zu versuchen, naja gut aussehen tat Alex, das musste Jan neidlos zugeben.

„Wieso? Welche Gutmenschen sagen dir das denn noch?“, wollte Jan grinsend wissen.

„Tom, er ist eben ein kleiner Romantiker und glaubt an die große Liebe mit dem ganzen Trallala.“ Sie erreichten das Erdgeschoss und bogen in den Flur zur Mensa ab.

„Und du nicht?“ Als Romantiker würde sich Jan nicht unbedingt bezeichnen, er brauchte den ganzen Firlefanz nicht, aber er glaubte an die große Liebe, er war sicher das es den einen Mann gab.

„Nee, ich will meinen Spaß und das war's auch schon.“ Alex nahm sich ein Tablett und reihte sich bei der Essensausgabe ein.

Nachdem sie bezahlt hatten schaute sich der kleinere suchend in der Mensa um, gut es waren fast alle kleiner als Jan, genau zwei Meter war er groß.

„Da drüben ist Tom, komm wir halten ihn mal ein bisschen vom lernen ab. Du musst wissen er ist ein kleiner Streber,“ grinste Alex ihn an und setzte sich in Bewegung. Auch Jan hatte seinen Blick durch die Mensa streifen lassen und hatte den Braunhaarigen entdeckt, er saß alleine an einem Tisch und war wie immer in ein Buch vertieft.

Etwas unwillig folgte er Alex, heute würde er keine Möglichkeit haben den Kleinen zu beobachten auch wenn Alex sie immer näher an dessen Tisch leitete. Erst als dieser sein Tablett genau auf diesen Tisch platzierte wurde Jan klar wer Alex Mitbewohner war.

„Hey Kleiner heute wird mal nicht während dem Essen gelesen,“ freundschaftlich wuschelte Alex durch die braunen Haare.

„Hör auf Alex du weißt ich mag das nicht,“ Alex Hand wurde zur Seite geschlagen.

„Och man Tom sei nicht so eine Memme, ach so das ist Jan wir haben ein paar Vorlesungen zusammen. Jan das ist Tom mein Mitbewohner,“ stellte Alex die beiden sich vor.

„Hallo,“ nuschelte Tom, er schaute Jan gar nicht richtig an.

„Hallo.“ Jan setzte sich ihm gegenüber und zum ersten mal sah er ihn lächeln. Ja Tom lächelte ihn an, etwas verschüchtert, aber er lächelte. Wieder setzte Jan's Herz einige Schläge aus, mit diesem Lächeln konnte Tom sicher Eisberge zum schmelzen bringen. Sein Hungergefühl war plötzlich verflogen, Jan konnte sich auf nichts anderes konzentrieren als auf die wunderschönen braunen Augen und dieses Lächeln.

„Am Wochenende ist eine Party von den Drachen, gehen wir da hin?“, wollte Alex von Tom wissen.

Die Drachen war eine Studentenbewegung von Schwulen und Lesben der Uni, Jan wurde auch schon das ein oder andere mal eingeladen.

„Muss das sein ich muss noch lernen,“ brummte Tom, verstohlen schaute er zu Jan.

„Ja das muss sein, du kannst dich nicht ständig hinter deinen Büchern verstecken und vielleicht triffst du ja deinen Traummann,“ freundschaftlich stupste Alex seinen Mitbewohner an.

„Na sicher, auf den Partys geht es doch nur darum wer am schnellsten jemanden ins Bett bekommt,“ murrte Tom immer noch unwillig. War Tom etwas auch schwul? Wieder machte Jan's Herz eine unfreiwillige Pause, schwul und so süß.

„Das eine schließt doch das andere nicht aus,“ meinte Alex grinsend.

„Doch und du bist der beste Beweis dafür,“ grinste nun auch Tom.

„Ich muss wieder hab gleich Vorlesung. Bis später und denk dran du bist dran mit einkaufen.“ Tom nickte Jan noch einmal kurz zu und verließ dann die Mensa.


Die Party war genau so wie Tom gesagt hatte, viel zu viel nackte Haut und extrem aufdringliche Menschen. Am liebsten wäre Jan sofort wieder nach Hause gegangen, doch wie der Zufall es wollte hatte Alex ihn gleich entdeckt und mit an die Bar geschleift.

Jetzt trennten ihn nur wenige Zentimeter von Tom der sich seit einer halben Stunde an einer Flasche Bier festhielt. Eine Unterhaltung konnte man bei der Lautstärke vergessen und Jan wusste auch ehrlich gesagt nicht über was er mit Tom reden sollte. Die letzten Tage hatte er versucht Alex über seinen Mitbewohner aus zu quetschen, Tom war wirklich so etwas wie ein Streber, er hatte Physik studiert und nun setzte er noch ein Philosophie Studium oben drauf. Das die beiden sich schon zehn Jahre kannten, Tom kein Glück bei Männern hatte, was nach Alex Meinung daran lag das er einfach zu wenig Selbstbewusstsein hatte. Alles wichtige Informationen mit denen Jan aber im Moment nicht anzufangen wusste.

Aus dem Augenwinkel sah er wie wieder einer dieser möchtegern Twinks auf ihn zu kam, Jan hatte aufgehört zu zählen der wievielte es an diesem Abend war.

„Du studierst also Philosophie,“ wendete er sich an Tom, er musste sich nah zu dem Kleineren beugen damit dieser ihn überhaupt verstehen konnte. Hoffentlich würde es für den anderen so aussehen als wäre Jan gerade am flirten und zwar nicht mit Mister Möchtegern.

„Ja,“ war die knappe Antwort von Tom.

„Hmm und interessant?“, fragte Jan nach, sein Herz schlug viel zu schnell und hektisch.

„Ja schon, sonst würde ich es ja nicht machen,“ die braunen Augen sahen ihn verschüchtert an, wie ein verschreckter kleiner Hase.

„Naja es gibt sicher viele die irgendetwas studieren das ihnen keinen Spaß macht nur damit sie später viel Geld verdienen.“ Mister Möchtegern kam immer noch näher, anscheinend verfehlte die Unterhaltung ihre erhoffte Wirkung.

„Aber ich gehöre eben nicht zur Mehrheit, das sieht man doch,“ kam es leise von Tom, doch Jan hatte ihn sehr gut verstanden.

„Möchtest du noch etwas trinken?“, Jan kam noch ein Stückchen näher, Tom roch nach Duschgel und Aftershave.

„Noch ein Bier,“ er hielt Jan die leere Bierflasche hin.

„Ok ich besorg uns noch was,“ nickte dieser ihm zu und verschwand an die Bar.

Das lief nicht gut, gar nicht gut, ok es war definitiv der Falsche Ort um eine Unterhaltung zu führen, aber selbst wenn das möglich wäre, Jan hatte Schiss davor, Tom war so viel intelligenter wie er, was konnte er schon tiefgründiges hervorbringen. Hey ich bin dein Traummann willst du mit mir zusammen sein? Sicher würde Tom ihn auslachen, wahrscheinlich musste sein Traummann genauso viel Krips haben wie er.

Als Jan zurück an den Tisch kam saß Tom immer noch alleine da, Alex tobte sich schon seit zwei Stunden auf der Tanzfläche aus und schien jegliches Interesse an seinem besten Freund verloren zu haben.

„Hier, prost,“ Jan gab Tom die Flasche und stieß mit seiner leicht dagegen.

„Danke, ich gebe dir das Geld später,“ meinte Tom.

„Ach was lass gut sein ich lad dich ein,.“ den leichten Rotschimmer bemerkte Jan sofort, das stand dem Kleinen besonders gut. Grinsend lies sich Jan neben ihn auf den Stuhl fallen.

„Und hast du deinen Mister Right schon entdeckt?“, sie schauten Beide auf die wogende Tanzfläche.

„Ich bezweifle das ich ihn bei so einer Party finden werde, das ist doch der reinste Fleischbeschau.“

„Da hast du wohl recht,“ stimmte Jan ihm zu.

Im Endeffekt war das ihre Unterhaltung, eine Stunde hielt es Jan noch aus dann verabschiedete er sich von Tom.

Wieso er sich so albern verhielt wusste Jan nicht, irgendwie traute er sich nicht und das war etwas womit er nicht umgehen konnte. Es lag nicht nur daran das Tom so viel mehr im Kopf hatte wie er selbst, nein, am meisten Angst hatte er davor das Tom ihn ablehnen würde.


Über Weihnachten fuhr Jan zu seinen Eltern, er freute sich darauf seine Brüder wieder zu sehen. Sein ältester Bruder Steffen war kurz vorher zum zweiten mal Vater geworden und sein kleiner Bruder Martin hatte gerade in Hamburg angefangen zu studieren.

Es war ein fröhliches Familienfest, es war schön alle wieder zu sehen, der einzige Zeitpunkt im Jahr an dem alle zusammen kamen.

Während dem gemeinsamen Weihnachtsessen musste Jan wie jedes Jahr die die schwerwiegende Frage beantworten ob er denn nun endlich jemanden gefunden hätte. Für seine Oma war es ja durchaus ok das er schwul war, doch konnte sie einfach nicht verstehen das er noch immer alleine durchs Leben ging, schließlich war sie in seinem Alter schon längst verheiratet.

Nach dem Essen verzog Jan sich auf die Terrasse um sich etwas Ruhe zu gönnen.

„Sie kann ganz schön nerven.“ Steffen gesellte sich zu ihm und steckte sich eine Zigarette an.

„Wer?“, missmutig schaute Jan zu den kahlen Hecken die das Grundstück begrenzten.

„Naja Oma, jedes Jahr das gleiche, wann suchst du dir endlich einen Freund, mir würde es auf die Nerven gehen,“ Steffen blies einen perfekten Ring in die kalte Luft.

„Geht schon gibt schlimmeres,“ zuckte der mittlere Bruder mit den Schultern.

„Seit Tilo hattest du doch noch andere Männer?“, wollte Steffen neugierig wissen.

„Steffen,“ zischte Jan empört. Tilo war seine Teenagerliebe gewesen, zu der Zeit glaubte er die Liebe seines Lebens.

„Komm schon Jan ich weiß wie sehr dich die Trennung Damals mitgenommen hat, aber du kannst ihm doch nicht ewig nachtrauern.“ Es stimmte schon das die Trennung von Tilo ihm nahe gegangen war, aber nicht aus den Gründen wie seine Familie vermutete. Damals war ihm schon länger klar gewesen das es nicht mehr funktionierte, nur war es Tilo der es am Ende ausgesprochen hatte und ihre Beziehung beendete. Es war nicht die Trauer um seinen Geliebten die Jan so runter gezogen hatte, sondern die Tatsache das er seiner Meinung nach nicht fähig war einen Menschen dauerhaft glücklich zu machen. Das war natürlich Quatsch und Jan wusste das mittlerweile, im Grunde tat ihm es auch leid das er Damals so unfair war und Tilo die ganze Schuld aufgehalst hatte, aber das war nun schon lange her.

„Natürlich gab es nach Tilo noch andere aber niemand bestimmtes. Naja nur im Moment...“ Jan lies den Satz unvollendet, ja was im Moment. Da gab es Tom und Jan war sich sehr sicher das er für ihn mehr als nur Freundschaft empfand.

„Ja?“, neugierig schaute sein älterer Bruder ihn an.

„Es gibt da jemanden, aber ich glaube nicht das er interessiert ist,“ gab Jan leise zu.

„Wie kann er an so einem Prachtexemplar nicht interessiert sein?“, ein Ellenbogen traf Jan unsanft in die Rippen und Steffen lachte.

„Es dreht sich eben nicht alles nur ums Aussehen,“ keuchte er , das würde einen schönen großen Bluterguss geben.

„Das meinte ich auch nicht, du bist ein netter Kerl Jan, ich wüsste nicht was dagegen spricht mit dir zusammen zu sein,“ meinte sein Bruder ernst.

„Kann schon sein, er ist aber etwas besonderes, ein richtiges kleines Genie, ich komm mir neben ihm immer völlig blöd vor,“ erklärte Jan.

„Hat er das denn gesagt?“

„Nein das nicht, aber wenn ich in seine Nähe komme bringe ich keinen vernünftigen Satz raus.“

„Das hört sich ja fast so an als wärst du verliebt,“ mutmaßte Steffen mit einem feinen Lächeln im Gesicht.

„Hmm.“

„Hey das ist doch schön. Du musst einfach deinen Arsch zusammen kneifen und es ihm sagen oder ist er etwa nicht schwul.

„Doch das ist er, aber ich glaube wenn ich ihm das einfach so sage meint er ich würde ihn verarschen,“ überlegte der Jüngere.

„Wieso das denn?“, wollte sein Bruder wissen.

„Also er ist wirklich hübsch, ein ganz Süßer nur hat er ein paar Kilos zu viel auf den Rippen und ich glaube deswegen auch nicht so viel Selbstvertrauen.“

„Hmm und du magst ihn?“, fragte Steffen nach.

„Ja sehr sogar,“ mit einem Nicken bekräftigte Jan seine Aussage.

„Vielleicht solltest du dich einfach mit ihm anfreunden und ihm so vorsichtig zeigen wie sehr du ihn magst.“

„Soweit war ich auch schon Steff, nur wie soll ich das machen wenn ich kein vernünftiges Wort raus bekomme wenn er in meiner Nähe ist?“, wollte der kleinere Bruder verzweifelt wissen.

„Das packst du schon Großer da bin ich mir sicher,“ freundschaftlich legte Steffen einen Arm um seinen Bruder. Seine Zigarette drückte er im Aschenbecher auf der Fensterbank aus und zog Jan danach wieder ins warme Wohnzimmer.




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